Studie: E‑Lkw überzeugen Speditionen im Praxiseinsatz

12.05.2026 13:24 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Lkw an E.ON Ladesäule
Laut Studie: 93 Prozent Zufriedenheit - E‑Lkw setzen sich im Alltag durch 
© Foto: E.ON

Eine Studie des Öko‑Instituts zeigt: 93 Prozent der Transportunternehmen bewerten E‑Lkw im Praxisbetrieb positiv. Mautbefreiung und Depotladen sichern derzeit die Wirtschaftlichkeit.

Batterieelektrische Lkw haben sich bei Transportunternehmen, die sie bereits im Alltag einsetzen, klar bewährt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung des Öko‑Instituts unter 57 Transportunternehmen, die schwere E‑Lkw seit mindestens einem Jahr im täglichen Betrieb nutzen. 93 Prozent der Firmen bewerten die Technologie positiv und sehen sie als zuverlässige und wirtschaftliche Alternative zum Diesel.

Die Ergebnisse zeigen: Der E‑Lkw ist längst keine Nischenlösung mehr, sondern etabliert sich zunehmend sowohl im Regional‑ als auch im Fernverkehr.

Wirtschaftlicher Betrieb vor allem durch Mautbefreiung

Ein zentraler Faktor für die hohe Zufriedenheit ist die Wirtschaftlichkeit. Besonders die Mautbefreiung für emissionsfreie Nutzfahrzeuge sowie niedrige Stromkosten am eigenen Depot sichern derzeit einen wirtschaftlichen Einsatz. Unter diesen Rahmenbedingungen können E‑Lkw in vielen Einsatzprofilen konkurrenzfähig betrieben werden.

Hohe Zuverlässigkeit und Fahrkomfort

Die sogenannten Early Adopter loben vor allem die technische Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Diese werde teilweise sogar besser eingeschätzt als bei konventionellen Diesel‑Lkw. Auch der hohe Fahrkomfort spielt eine wichtige Rolle – er sorgt für eine positive Akzeptanz bei den Fahrerinnen und Fahrern und gilt als zusätzlicher Vorteil im Wettbewerb um Fachpersonal.

Ladeinfrastruktur bleibt größte Hürde

Trotz der positiven Erfahrungen sieht die Studie weiterhin Hindernisse für den breiten Markthochlauf. Als zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen:

  • die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge
  • bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau der Depot‑Ladeinfrastruktur
  • den Netzanschluss und dessen Erweiterung

Auch das öffentliche Laden wird insbesondere für den Fernverkehr kritisch bewertet. Viele Standorte gelten als nicht Lkw‑tauglich, zudem werden die Strompreise als zu hoch eingeschätzt.

Für eine attraktivere Ladeinfrastruktur wünschen sich die Unternehmen vor allem:

  • mehr Ladepunkte
  • ausreichend Platz für Lkw
  • günstigere und transparente Preise
  • sowie Reservierungsmöglichkeiten

Klare Erwartungen bis 2030

Die Einschätzung zur weiteren Entwicklung fällt eindeutig aus: 93 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass E‑Lkw bis 2030 zum Standard im eigenen Fuhrpark werden. Andere alternative Antriebstechnologien verlieren in der Einschätzung der Befragten dagegen weiter an Bedeutung.

Die Untersuchung wurde im Rahmen des Projekts ELV‑LIVE durchgeführt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.


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