Die Logistik und der internationale Warenverkehr stoßen pro Jahr etwa 8 Prozent der globalen CO2-Emissionen aus, 11 Prozent, wenn Häfen und Läger hinzugerechnet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus der Initiative Sustainable Supply Chains. Hohe Emissionen sind für Unternehmen auch mit erhöhten Kosten verbunden. Kosten in diesem Bereich lassen sich einsparen, wenn Ressourcen effizient eingesetzt werden, betont das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.
Eigenen Ressourcenverbrauch transparent machen
Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat in seiner jährlichen GILA-Marktstudie den THG-Emissionsausstoß von Logistikstandorten weltweit erhoben. Mittlerweile nehmen knapp 1000 Logistikstandorte weltweit an der Markstudie teil. „Transparenz zum eigenen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen THG-Emissionen ist ein wichtiger Schritt, um die individuelle Performance zu verstehen und zu verbessern: sowohl bezüglich Energieeffizienz als auch Emissionsintensitäten“, sagte Kerstin Dobers, die Autorin der Studie.
"Transparenz zum eigenen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen THG-Emissionen ist ein wichtiger Schritt."
Kerstin Dobers, Autorin der Studie
Hauptquellen von Treibhausgasemissionen
Untersucht werden dabei vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML vor allem die Energieeffizienz, die jährlichen Treibhausgasemissionen, die Emissionsintensität einzelner Standorte sowie die durchschnittliche Performance verschiedener Logistik-Hub-Kategorien. Zu den Hauptquellen der Treibhausgasemissionen in Logistikimmobilien zählt laut der Studie mit 41 Prozent vor allem das Temperaturmanagement. In diesem Bereich fallen zum Beispiel – je nach Güteranforderung – die Kühlung oder Heizung von Lagerflächen an. An zweiter Stelle steht laut der Studie die Beleuchtung der Logistikbereiche, die 18 Prozent der durchschnittlichen Emissionen verursacht. Ein ebenfalls bedeutender Verursacher ist die Intralogistik mit etwa 16 Prozent, dazu zählen Fördertechnik, Gabelstapler oder automatisierte Lagertechnik.
Logistik-Hubs dekarbonisieren
Um die Dekarbonisierung von Logistik-Hubs weiter voranzutreiben, haben die Forscher sechs zentrale Handlungsfelder identifiziert, so das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Dazu gehören unter anderem die Intralogistik und Automatisierung, operative Prozesse sowie nachhaltige Gebäude und Außenflächen. Die Handlungsempfehlungen sind dabei allerdings so individuell wie die Betriebe. So habe die diesjährige Marktstudie „wieder gezeigt, dass ein Großteil der Standorte keine detaillierten Angaben darüber machen kann, wofür sie ihren Strom verwenden“, erklärte Dobers. Dies sei aber „eine wichtige Information, um relevante Effizienzmaßnahmen zu identifizieren und über Investitionen zu entscheiden“.