Das Porto dürfe nicht so stark steigen, erklärte Tomaso Duso, der Vorsitzende der Monopolkommission. „Die Bundesnetzagentur erkennt zu viele Kosten der Deutschen Post als sogenannte Lasten an – die Folge ist ein überhöhtes Porto“, sagte er. Damit könne die Deutsche Post andere Geschäftsbereiche zum Nachteil des Wettbewerbs mitfinanzieren, moniert der Wirtschaftsprofessor und empfiehlt der Bundesnetzagentur, besagte Lasten strenger zu prüfen. „Es sollte sichergestellt werden, dass Kunden nur notwendige Lasten tragen.“ Die Postversorgung in ländlichen Bereichen würde dadurch nicht gefährdet.
Starke Anhebung des Portos geplant
Die Bundesnetzagentur möchte der Post erlauben, ihr Briefporto um etwa ein Fünftel anzuheben – so stark war die Teuerung noch nie. Nun plant die Post, den Preis für den Versand eines Standardbriefs im Inland zum Jahreswechsel um 20 Cent auf 1,15 Euro zu verteuern. Auch das Porto für die Postkarte, den Kompakt-, Groß- und Maxi-Brief soll deutlich steigen.
Bei der Berechnung des Briefportos darf die Post bestimmte Kosten – auch Lasten genannt – einbeziehen. Je mehr Lasten geltend gemacht werden können, desto höher fällt das Porto aus, das die Bundesnetzagentur freigibt. Nach Einschätzung der Monopolkommission sollte die Regulierungsbehörde aber bestimmte Lasten streichen, wodurch das Porto nicht so hoch ausfallen würde.
Sinkende Briefmenge lässt Kosten pro Brief steigen
Die Briefmenge sank zuletzt stark. Daher steigen die Stückkosten – die Beförderung und Zustellung eines Briefs wird teurer, da sich die Kosten für das Personal, die Infrastruktur und die Energie auf weniger Sendungen verteilen. Die Post ist bei der Preisgestaltung auf die Zustimmung der Bundesnetzagentur angewiesen. Eine finale Absegnung des für die Jahre 2027 und 2028 gültigen Briefportos steht noch aus.
Die Deutsche Post ist auf dem Briefmarkt mit großem Abstand Marktführer. Im Paketsegment wiederum ist der Vorsprung von DHL, zu dem die Deutsche Post gehört, nicht so groß wie im Briefbereich.