BNetzA: Rückgang im Schienengüterverkehr alarmiert VDV

03.07.2026 10:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), sieht den Rückgang im Schienengüterverkehr als klares Signal für politischen Handlungsbedarf
© Foto: VDV/Boris Trenkel

Der Schienengüterverkehr ist 2025 laut Marktuntersuchung der Bundesnetzagentur (BNetzA) bei Betriebsleistung und Verkehrsleistung um jeweils mehr als fünf Prozent zurückgegangen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sieht darin nicht nur ein Konjunktursignal, sondern verweist auf strukturelle Probleme wie marode Infrastruktur, fehlende Kapazitäten und unsichere politische Rahmenbedingungen.

Der Schienengüterverkehr hat im Jahr 2025 spürbar an Leistung verloren: Nach der Marktuntersuchung Eisenbahnen 2026 der Bundesnetzagentur sind sowohl die Betriebsleistung als auch die Verkehrsleistung im SGV um jeweils mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

VDV sieht mehr als ein Konjunktursignal

Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen ist dieser Rückgang ein Warnzeichen mit mehreren Ursachen: Der Branchenverband, der rund 700 Unternehmen des öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs vertritt, verweist darauf, dass sich ähnliche Entwicklungen auch in der Schweiz und in Österreich zeigen. Gleichzeitig hält der Verband es für zu kurz gegriffen, die Entwicklung allein mit der konjunkturellen Lage zu erklären.

Wortmann benennt Infrastruktur, Kapazität und Planungssicherheit

VDV-Präsident Ingo Wortmann macht neben der wirtschaftlichen Schwäche vor allem strukturelle Defizite verantwortlich. Wörtlich erklärt er: „Dass die Betriebsleistung und die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr 2025 jeweils um mehr als fünf Prozent zurückgegangen sind, ist ein alarmierendes Signal. Diese Entwicklung reiht sich in vergleichbare Meldungen aus der Schweiz und Österreich ein und ist ein Indikator für die derzeitige konjunkturelle Schwäche. Gleichzeitig wäre es zu kurz gegriffen, die Ursachen nur in der Wirtschaftslage zu suchen. Ein erheblicher Teil der Probleme ist hausgemacht: marode Infrastruktur, zu wenig Kapazität im Netz und vor allem fehlende Planungssicherheit bei zentralen Rahmenbedingungen wie Trassenpreisen, Förderung und Bürokratieabbau setzen den Güterbahnen massiv zu."

Darauf habe die Branche bereits Anfang 2026 hingewiesen, erklärt er weiter: „Steigende Kosten, regulatorische Unsicherheit und eine immer höhere Baustellenbelastung drücken Qualität und Produktivität – und am Ende wandert Verkehr von der Schiene zurück auf die Straße. Hier muss die Politik handeln und ihren Ansprüchen an die Bahn als Verkehrsträger gerecht werden. Das hilft nicht nur dem Güterverkehr, sondern auch dem Personenfernverkehr, in dem eine wachsende Zahl an Wettbewerbern auf dieselben infrastrukturellen Engpässe trifft.“

Politische Rahmenbedingungen rücken in den Mittelpunkt

Aus Sicht des VDV verschärfen mehrere Faktoren die Lage im Schienengüterverkehr zugleich. Genannt werden steigende Kosten, regulatorische Unsicherheiten, eine hohe Baustellenbelastung sowie fehlende Verlässlichkeit bei Trassenpreisen, Förderung und Bürokratieabbau. Nach Darstellung des Verbands mindern diese Faktoren Qualität und Produktivität der Güterbahnen.

Engpässe betreffen Güterverkehr und Personenfernverkehr

Die Belastung der Infrastruktur wirkt sich nach Einschätzung des Verbands nicht nur auf den Güterverkehr aus. Auch im Personenfernverkehr treffen demnach mehr Wettbewerber auf dieselben Engpässe im Netz. Der VDV leitet daraus politischen Handlungsbedarf ab, um die Schiene als Verkehrsträger zu stärken.


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