Die Deutsche Post plant zum Jahresbeginn 2027 eine deutliche Erhöhung ihrer Briefpreise. Für einen Standardbrief sollen künftig 1,15 Euro statt bislang 95 Cent fällig werden. Das entspricht einem Plus von gut 21 Prozent und wäre der bislang größte Preissprung beim Standardporto in Deutschland.
Auch weitere Briefprodukte sollen teurer werden. Betroffen sind unter anderem Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxibriefe. Bevor die neuen Preise gelten können, muss allerdings noch die Bundesnetzagentur zustimmen.
Standardbrief wird 20 Cent teurer
Beim besonders häufig genutzten Standardbrief plant die Deutsche Post eine Erhöhung um 20 Cent. Damit überschreitet dessen Porto erstmals die Marke von einem Euro.
Beim Kompaktbrief fällt der Anstieg etwas geringer aus. Hier soll das Porto um 15 Cent auf 1,25 Euro steigen. Das entspricht einer Erhöhung um 13,64 Prozent.
Wie stark die übrigen Briefprodukte verteuert werden, richtet die Post innerhalb des von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Preisrahmens selbst aus.
Bundesnetzagentur gibt Rahmen für Portoerhöhung vor
Die Bundesnetzagentur hatte zuvor einen Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent für die Jahre 2027 und 2028 vorgeschlagen. Grundlage dafür ist die erwartete Entwicklung des gesamten Briefvolumens in diesem Zeitraum.
Innerhalb dieses Rahmens kann die Deutsche Post unterschiedliche Preissteigerungen auf die einzelnen Briefprodukte verteilen. Die neuen Entgelte müssen anschließend noch von der Regulierungsbehörde genehmigt werden.
Sinkende Briefmengen erhöhen Kostendruck
Die Deutsche Post begründet die höheren Preise vor allem mit dem strukturellen Rückgang des Briefaufkommens. Unternehmen, Behörden und Privatpersonen verlagern ihre Kommunikation zunehmend auf E-Mails und digitale Nachrichten.
Gleichzeitig muss die Post weiterhin eine flächendeckende Infrastruktur mit Briefkästen, Filialen und Zustellung vorhalten. Dadurch verteilen sich die laufenden Kosten auf eine sinkende Zahl von Briefsendungen.
Zusätzlich verweist der Konzern auf gestiegene Personal-, Energie- und Sachkosten.
Deutsche Post investiert in Zustellnetz
Nach Unternehmensangaben fließt jährlich rund eine Milliarde Euro in das Post- und Paketnetz. Investiert wird unter anderem in Elektrofahrzeuge und Automaten.
Trotz der kräftigen Erhöhung verweist die Deutsche Post darauf, dass das deutsche Briefporto im europäischen Vergleich weiterhin unter dem Durchschnitt liege. Für Unternehmen mit hohem Briefaufkommen bedeutet die geplante Preisanhebung dennoch zusätzliche Versandkosten ab 2027.