Rhenus hat seine See- und Luftfrachtverkehre zwischen China und Europa im bisherigen Jahresverlauf 2026 ausgebaut. Besonders deutlich entwickelte sich die Seefracht aus China nach Europa: Das Transportvolumen stieg nach Unternehmensangaben gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 26 Prozent.
Das Wachstum erfolgt in einem schwierigen Marktumfeld. Schwankende Transportkapazitäten, eine schwächere Luftfrachtnachfrage sowie Veränderungen in der Handels- und Zollpolitik zwischen China und der Europäischen Union wirken sich auf internationale Lieferketten und Transportentscheidungen aus.
China-Europa ist wichtigste Seefrachtroute für Rhenus
Für Rhenus ist die Verbindung zwischen China und Europa gemessen am Transportvolumen die wichtigste Seefrachtrelation. Gleichzeitig ist Europa das bedeutendste Ziel für Luftfrachtsendungen des Logistikdienstleisters aus China.
Eine Herausforderung sind dabei unterschiedlich starke Warenströme in beide Richtungen. Hinzu kommen kurzfristige Veränderungen der verfügbaren Kapazitäten. Rhenus setzt deshalb nach eigenen Angaben auf die enge Zusammenarbeit seiner europäischen und chinesischen Niederlassungen mit den Reedereien.
Luftfracht wächst trotz schwächerer Nachfrage
Auch in der Luftfracht konnte Rhenus das Geschäft auf der Relation China-Europa ausbauen. Dazu trugen insbesondere neu gewonnene Kunden bei.
In Richtung China steigerte der Logistikdienstleister sein Luftfrachtvolumen nach eigenen Angaben um rund 20 Prozent. Gleichzeitig ging die allgemeine Marktnachfrage von Europa nach China zwischen Januar und August 2026 um fünf Prozent zurück.
Auch das E-Commerce-Geschäft entwickelte sich zuletzt schwächer. Nach den im Ausgangstext angeführten Marktdaten sanken die entsprechenden Luftfrachtvolumen im Juli und August um 28 Prozent.
Hightech wird wichtiger für die Luftfracht
Ein Wachstumsfeld sieht Rhenus im Transport von Hightech-Produkten. Das Segment gehört nach Unternehmensangaben zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Luftfracht zwischen China und Europa.
Der Logistikdienstleister will dabei spezialisierte Branchenkenntnisse mit einem flexiblen Zugang zu Luftfrachtkapazitäten verbinden. Damit soll das Geschäft auch in einem insgesamt anspruchsvolleren Luftfrachtmarkt ausgebaut werden.
Rhenus verfügt über 16 Standorte in China
Für die China-Europa-Verkehre kann Rhenus auf 16 Standorte und mehr als 550 Beschäftigte im Großraum China zurückgreifen. Diese sind mit dem europäischen Netzwerk des Logistikdienstleisters verbunden.
Wichtige Luftfrachtdrehkreuze befinden sich in Shanghai und Hongkong. Dort bietet Rhenus unter anderem Konsolidierung und Frachtabfertigung an. Ergänzt werden die internationalen Transporte durch Zollabwicklung, Lagerlogistik sowie Abhol- und Zustellverkehre.
Mit dem Ausbau seiner Transportvolumen unterstreicht Rhenus die Bedeutung der China-Europa-Relation für internationale Lieferketten. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass sich Logistikdienstleister auf diesem Korridor zunehmend auf schwankende Nachfrage, Kapazitätsänderungen und veränderte handelspolitische Rahmenbedingungen einstellen müssen.