Inpost und ein Konsortium verschiedener Investoren, darunter Advent und Fedex haben sich mit dem polnischen E-Commerce-Anbieter Inpost über ein öffentliches Kaufangebot der im Markt befindlichen Aktien geeinigt. Das Unternehmen bietet unter anderem automatisierte Paketschließfächer als Zustelloption im Bereich der letzten Meile außerhalb des Wohnhauses an.
Laut Mitteilung bietet das Konsortium für alle ausgegebenen und ausstehenden Aktien 15,60 Euro pro Aktie. Mit dem sogenannten Squeeze-out-Verfahren sollen Minderheitsaktionäre dazu gebracht werden, ihre Anteile an dem Unternehmen zu verkaufen. Ein Ausschuss aus Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats von Inpost hat das Angebot des Konsortiums mit externen Beratern geprüft und empfiehlt den Aktionären den Verkauf, „sofern und sobald es unterbreitet wird“.
Die Übernahme soll im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden, wie es in der gemeinsamen Mitteilung aller an der Transaktion beteiligten Unternehmen weiter heißt.
Verteilung der künftigen Anteilseigner
Nach Abschluss der Übernahme würde
- Advent 37 Prozent der Anteile halten,
- Fedex ebenfalls 37 Prozent,
- A&R Investments 16 Prozent und
- PPF 10 Prozent.
PPF, A&R und Advent halten aktuell gut 48 Prozent der Anteile an Inpost. Aber die Verteilung der Anteile würde sich nach Abschluss der Transaktion ändern:
- PPF ist ein Finanzinvestor, der aktuell einen gut 30-prozentigen Anteil an Inpost hält. Das Unternehmen will einen Teil des Verkaufswerts reinvestieren und so an dem Unternehmen zu einem kleineren Anteil als bisher beteiligt bleiben.
- Investor A&R hält aktuell gut 12,5 Prozent der Aktien und Investor Advent 6,5 Prozent der Anteile. Ihre Anteile würden sich vergrößern.
Fedex würde über seine Tochtergesellschaft FCWB neuer Anteilseigner werden.
Was passiert mit dem Unternehmen Inpost?
- Hauptsitz des Unternehmens würde Polen bleiben.
- Der Gründer Rafal Brzoska bleibt Geschäftsführer.
- Inpost würde unter dem bisherigen Namen eigenständig in der derzeitigen Form fortgeführt, wie es weiter heißt.
- FedEx und InPost sollen laut Aussage unabhängige Wettbewerber in ihren jeweiligen Märkten und Segmenten bleiben. Eine Integration der Aktivitäten beider Unternehmen sei nicht geplant.
Fedex: Wachstumsstrategie unterstützen, Synergien heben
Fedex plant nach Abschluss der Transaktion Vereinbarungen mit Inpost zu treffen, um seinen Kunden Zugang zu den „Last-Mile-B2C-Kapazitäten“ des Anbieters zu verschaffen. Zugleich wolle man die Wachstumsphase von Inpost unterstützen.
Das Konsortium der künftigen möglichen Anteileigner verpflichtet sich, die bestehende Strategie des Unternehmens zu unterstützen. Unter anderem zählt dazu auch die Expansion in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Benelux und UK.
„Aufbauend auf unserem Erfolg in Polen wird diese Transaktion unsere nächste Wachstumsphase unterstützen, während wir weiterhin in ganz Europa expandieren“, so Gründer Brzoska.
Abschluss der Transaktion steht noch unter Vorbehalt: Weitere Schritte
Sollte das Konsortium nach Ende der Nachannahmefrist mindestens 80 Prozent aber weniger als 95 Prozent der Aktien halten, soll eine Nachabschluss-Spaltung durchgeführt werden. Sollte es mindestens 95 Prozent halten, soll ein Squeeze-Out-Verfahren eingeleitet werden.
Behördliche und wettbewerbsrechtliche Genehmigungen der Transaktion stehen noch aus. Das Angebot des Konsortiums an die Aktionäre soll im zweiten Quartal erfolgen, es sind zudem zwei außerordentliche Hauptversammlungen von Inpost geplant. Nach diesen erforderlichen Schritten, und unter dem Vorbehalt, dass das Angebotsmemorandum genehmigt wird, gehen die beteiligten Unternehmen davon aus, die Übernahme im zweiten Halbjahr abschließen zu können.