Zahlungsziele im B2B-Geschäft erreichen Höchststand

09.02.2026 14:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
Auf einem Kalender stehen Münzstapel, Darauf verteilt liegen einzelne Münzen, die scheinbar hinter dem Kalender transparent verschwinden
Lange Zahlungsfristen belasten Lieferanten im B2B (Symbolbild)
© Foto: Ratana21/stock.adobe.com

Sinkende Volumina, längere Zahlungsziele und kürzere Verzugsdauern prägten das B2B-Geschäft 2025 – mit deutlichen Branchenunterschieden.

Die wirtschaftlich angespannte Lage im B2B-Umfeld hat im zweiten Halbjahr 2025 spürbare Auswirkungen auf Zahlungsströme und Forderungsmanagement hinterlassen. Rückläufige Geschäftsvolumina und eine steigende Zahl von Insolvenzen zwangen Lieferanten und Kreditgeber dazu, ihre Prozesse weiter zu schärfen – mit messbaren Effekten bei Zahlungszielen und Verzugsdauern.

Kürzere Verzugsdauer trotz schwieriger Konjunktur

Der durchschnittliche Zahlungsverzug verringerte sich im zweiten Halbjahr 2025 auf 7,50 Tage. Damit setzte sich ein langfristiger Trend fort: 2022 lag die Überfälligkeit noch bei knapp elf Tagen. Die Verkürzung ist vor allem auf ein konsequenteres Forderungsmanagement zurückzuführen – nicht jedoch auf schnelleres Zahlen der Kunden.

Zahlungsziele so lang wie seit Jahren nicht mehr

Parallel dazu dehnten Lieferanten ihre Zahlungsfristen weiter aus. Im Durchschnitt gewährten sie im zweiten Halbjahr 2025 ein Zahlungsziel von 32,13 Tagen – der höchste Wert seit mehr als sieben Jahren. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 31,22 Tagen. Von dieser Entwicklung profitierten vor allem Großunternehmen, während kleine und mittlere Betriebe teilweise sogar mit Kürzungen der Zahlungsfristen konfrontiert waren.

Forderungslaufzeiten bleiben stabil

Unterm Strich blieb die durchschnittliche Forderungslaufzeit im B2B-Geschäft nahezu unverändert. Sie lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 39,63 Tagen und damit weiterhin deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Ausschlaggebend ist die Kombination aus verlängerten Zahlungszielen und gleichzeitig verkürzter Verzugsdauer.

Starke Unterschiede zwischen Branchen

Je nach Wirtschaftszweig entwickelte sich die Situation sehr unterschiedlich. Längere Forderungslaufzeiten wurden unter anderem im Metall- und Elektrogewerbe sowie in der Logistik- und Transportbranche festgestellt. Kürzere Laufzeiten zeigten sich hingegen im Großhandel, im Baugewerbe und bei Unternehmensdienstleistern.
Die eingeräumten Zahlungsfristen variierten dabei erheblich – von durchschnittlich 26,70 Tagen bei persönlichen Dienstleistungen bis zu 40,77 Tagen in der Chemiebranche.

Rechtsformen beeinflussen Zahlungsbedingungen

Auch die Rechtsform der Unternehmen spielte eine wichtige Rolle. Während UGs (haftungsbeschränkt) im Schnitt nur rund 20,5 Tage Zahlungsziel erhielten, wurden Aktiengesellschaften mit Fristen von mehr als 42 Tagen bedacht. Die GmbH blieb mit einem Anteil von über 63 Prozent am Forderungsbestand im zweiten Halbjahr 2025 die mit Abstand wichtigste Rechtsform für Lieferanten und Kreditgeber.

Sinkende Rechnungsbeträge und weniger überfällige Belege

Der durchschnittliche Wert verspätet beglichener Rechnungen sank auf 1.838 Euro – den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. 2024 lag dieser noch über 2.000 Euro, 2022 sogar bei fast 2.200 Euro. Besonders stark gingen die Beträge im Metall- und Elektrogewerbe, im Großhandel sowie im Verkehrs- und Logistiksektor zurück.
Gleichzeitig nahm auch die Zahl überfälliger Rechnungen ab: Pro Debitor wurden im Durchschnitt zehn verspätete Belege gezählt.

Großunternehmen bleiben zentraler Risikofaktor

Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden erhielten im zweiten Halbjahr 2025 ein durchschnittliches Zahlungsziel von 35,51 Tagen – deutlich mehr als kleine Unternehmen mit 26,31 Tagen. Trotz sinkender Rechnungssummen verursachten Großkunden weiterhin den größten Teil der Außenstände: Jedes Großunternehmen ließ im Schnitt bei 51 Rechnungen das Zahlungsziel verstreichen, während es bei kleinen Unternehmen lediglich sieben waren.

Forderungsmanagement bleibt entscheidend

Angesichts steigender Insolvenzen und wachsender Zahlungsausfälle – auch bei größeren Unternehmen – gewinnt ein aktives Forderungsmanagement weiter an Bedeutung. Eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Großkunden kann für Lieferanten zunehmend zum Risiko werden.


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