Der Verkehr rollt über die westliche Hälfte der Petersdorfer Brücke der Autobahn A19 Berlin-Rostock, der östliche Teil ist weitgehend fertiggestellt

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Schneller nach Norden: Petersdorfer A 19-Brücke bald fertig

Seit Jahren mussten Autofahrer auf dem Weg zur Ostsee auf der A 19 an der Petersdorfer Brücke bremsen. Die Brücke war marode und musste neu in den Seegrund gebaut werden. Nun ist ein Ende der Bauarbeiten in Sicht.

Malchow. Nach fünf Jahren Bauzeit steht eine der größten Brückenbaustellen in Mecklenburg-Vorpommern – die Autobahn 19 über den Petersdorfer See (Mecklenburgische Seenplatte) bei Malchow – kurz vor der Fertigstellung. Wie ein Sprecher der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) in Berlin sagte, laufen noch letzte Komplettierungsarbeiten. So werden noch Schutzplanken und Verkehrszeichen installiert, die Fahrspuren markiert und die Verkehrszählungsanlage fertiggestellt.

Autofahrer sollen noch Ende November wieder freie Fahrt Richtung Norden haben. In Richtung Berlin muss die vierspurige Verkehrsführung noch zurück auf zwei Spuren gebaut werden, was bis Ende Dezember erledigt sein soll.

Wichtige Verbindung von Süden nach Norden

Die Autobahn 19 Berlin-Rostock gilt als wichtigste Strecke von Süden – also aus Sachsen, Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg zur Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Die zwei Teilbrücken aus DDR-Zeiten waren marode und mussten ersetzt werden. Nach Angaben von Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) war die Gründung der Fundamente sehr kompliziert.

„Durch den schwierigen See-Baugrund aus Sand mussten bis zu 60 Meter tiefe Betonpfähle mit einem Durchmesser von 1,80 Meter eingebaut werden.“ Das sei doppelt so lang wie die Stützen, die jetzt bei der Autobahn 20 im Moorgrund bei Tribsees eingebaut werden. Bei Tribsees war die A20-Brücke 2017 eingestürzt, weil die alte Abstützung im sumpfigen Boden nachgab. Hier läuft die Erneuerung noch.

Der Neubau der beiden Petersdorfer Brücken und die Erneuerung der gesamten Anschlussstelle, die ins Heilbad Waren an der Müritz führt, kosteten rund 62 Millionen Euro. Das sind rund 19 Millionen Euro mehr als zu Baubeginn geplant war. Bis 2018 kam es jahrelang zu langen Staus, da es nur eine Spur pro Fahrtrichtung gab. Der Verkehr rollte – mit starker Tempobeschränkung – ab 2018 vierspurig über die westliche Teilbrücke, die zuerst gebaut worden war. (dpa/ag)

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Logistikregion Mecklenburg-Vorpommern, Stau, Streik und Unwetter


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