A45: Neue Rahmedetalbrücke wird heute offiziell eröffnet

22.12.2025 08:51 Uhr | Lesezeit: 3 min
Sperrung der Rahmede-Talbrücke wegen Sanierung
Das 170-Millionen-Projekt: Die Rahmedetalbrücke wird am 22. Dezember wieder freigegeben
© Foto: D. Kerlekin/Snowfield Photography / Snowfield Photography / picture alliance

Nach vier Jahren Sperrung ist die Rahmedetalbrücke wieder offen. Die neue A45-Brücke entlastet das Sauerland und gilt als Vorbild für schnelleres Bauen.

Vier Jahre nach der Sperrung wird die Rahmedetalbrücke auf der A45 im Sauerland heute wieder für den Verkehr freigegeben. Zur offiziellen Eröffnung werden Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erwartet, die das Bauwerk symbolisch einweihen. Gegen Mittag soll die neue Brücke, die rund 170 Millionen Euro gekostet hat, für Autofahrer und Lkw freigegeben werden.

Mit einer Planungs- und Bauzeit von nur vier Jahren gilt das Projekt als außergewöhnlich schnell für deutsche Infrastrukturvorhaben. Verkehrsminister Schnieder wertete das zuletzt als Beleg dafür, dass große Bauprojekte auch hierzulande zügig umgesetzt werden können.

Als Gründe für das hohe Tempo nennen Fachleute den starken öffentlichen Druck sowie schnelle politische Entscheidungsprozesse. Zudem erhielten die beteiligten Bauunternehmen finanzielle Anreize in Form von Bonuszahlungen, um die Arbeiten zügig abzuschließen.

Der ADAC sieht in der Rahmedetalbrücke ein Vorbild für künftige Ersatzneubauten. Nach Ansicht des Automobilclubs sollte eine Bauzeit von zwei bis drei Jahren künftig der Standard sein. Entscheidend sei, Planung und Bau in einer Hand zu bündeln, um Zeitverluste, Kosten und Schnittstellenprobleme zu reduzieren.

Der Sanierungsbedarf bleibt jedoch enorm: In Nordrhein-Westfalen gelten rund 30 Prozent der mehr als 6.000 Autobahnbrücken als sanierungsbedürftig. Bundesweit weisen etwa 3.000 von rund 28.000 Autobahnbrücken einen mangelhaften Zustand auf. Besonders betroffen sind westdeutsche Bundesländer, allen voran NRW, Hessen und Baden-Württemberg.

Die vierjährige Sperrung der einsturzgefährdeten Rahmedetalbrücke hatte gravierende Folgen für das Sauerland. Als zentrale Nord-Süd-Verbindung verursachte der Ausfall massive Umwege, Staus und Belastungen für Anwohner. Wirtschaftsexperten beziffern den entstandenen Schaden für Unternehmen in der Region auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Vollständig abgeschlossen ist das Projekt jedoch noch nicht: Der Verkehr rollt zunächst über die erste fertiggestellte Brückenhälfte. Die Arbeiten am zweiten Teilbauwerk sollen Ende 2026 abgeschlossen sein.


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KOMMENTARE

Reinhold Paul

22.12.2025 - 12:22 Uhr

Bis heute hat noch keiner bei der Autobahn GmbH stichhaltig erklärt warum ein seitlicher Neubau mit ca. 20 mtr. Achsverschub, einschließlich Verschwenkungsstrecke, insbesondere bei der Rahmedetalbrücke nicht erfolgt ist. Für den seitlich versetzten Neubau der ersten Brückenhälfte gibt es viele praktikable Gründe. Grunderwerb wäre für den direkten Baubereich nicht erforderlich gewesen da immer rechts und links der Achse einer BAB ein bebauungsfreier Streifen von 40 mtr. dem Bund gehört. Es wäre somit im Verschwenkungsbereich der Autobahn zur seitlich versetzten ersten Brückenhälte nur ein Flächentausch der Grünfläche, mit ewt. zusätzlich erforderlichem Lärmschutz erforderlich gewesen. Auf einer Seite neue erste Brückenhälfte bauen, anderen 20m Streifen später renaturieren. Der Abbruch der alten Brücke hätte dann auch aber ohne Knalleffekt, aber kostenneutral (wahrscheinlich preiswerter, ohne zusätzliche 3000 m³ Beton in alte Pfeiler einzubauen) auf konventionelle Art erfolgen können. Zum Teil auch mit Langarmbaggern vom neuen Überbau aus, dort aber wäre trotzdem immer einspurig bis zweispurige Verkehrsführung schon 2023 möglich gewesen. Es war Gefahr in Verzug, selbst aus Brüssel kam damals grünes Licht, unterschrieben von Ursula von der Leyen, auf vollkommen übertriebene Umweltauflagen zu verzichten. Dies geschah in Genua (Italien) nach den Brückeneinsturz auch weshalb sofort mit Planung und Arbeit begonnen wurde, nach zwei Jahren war die Brücke in Genua gebaut.  Außerdem hätte die Gesamtüberbaulänge der neuen Rahmedetalbrücke hier, wie bei allen im Zuge der A45, durch bewehrte Erde/ Gabionen/ Bohrpfähle im Widerlagerbereich mit hoher Vorbelastung, reduziert werden können. Mancher der noch geplanter Brückenersatzbauten könnte durch Dammbau mit bewehrter Erde sowie Unterquerungsbauwerken (Kastenprofil für Forstverkehr o.ä) ganz entfallen. Die teure Durchführung von Querverschüben-zügen beim Brückenneubau (z.B. Lennetalbrücke vor Hagen) ist bei dauerhaft seitlicher Verschwenkung der Fahrbahn um gut 20 mtr. ebenfalls schneller, nachhaltiger und preiswerter ohne weiteres möglich. Oder ?


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