SKALA-Projekt soll Basis für vernetzte Multi-Agenten-Logistik schaffen

26.02.2026 10:35 Uhr | Lesezeit: 3 min
Forschungsprojekt SKALA vom Fraunhofer IML für die digitale Transformation der Logistik
Technologien aus dem SKALA-Projekt sollen interoperable Multi-Agenten-Systeme für vernetzte Logistik- und Lieferkettenprozesse ermöglichen 
© Foto: mehrzeiler – Thomas Willemsen

Das Forschungsprojekt SKALA hat eine offene technologische Grundlage für interoperable Multi-Agenten-Systeme geschaffen, die Unternehmensgrenzen in Logistik und Supply Chain überwinden soll. Die entwickelten Open-Source-Lösungen sollen digitale Prozesse vereinheitlichen und Wertschöpfungsnetzwerke widerstandsfähiger machen.

Mit dem Abschluss des Forschungsprojekts SKALA hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML einen wichtigen Schritt in Richtung digital vernetzter Logistikstrukturen vollzogen, wie das Unternehmen selbst mitteilt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer ISST und der TU Dortmund entstand ein technologisches Fundament, das organisationsübergreifende Multi-Agenten-Systeme ermöglicht und damit die Leistungsfähigkeit moderner Wertschöpfungsnetzwerke verbessern soll.

Offene Technologieplattform für vernetzte Logistikprozesse

In vielen Unternehmen verhindern isolierte IT-Systeme, manuelle Abläufe und fehlende Interoperabilität die durchgängige Nutzung digitaler Technologien. Das vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mit rund fünf Millionen Euro geförderte Projekt SKALA (Skalierbare KI- und Blockchain-Lösungen zur Automatisierung und Autonomisierung in Wertschöpfungsnetzwerken) setzte genau hier an. Ziel war es, eine offene technologische Basis zu entwickeln, auf der KI-basierte Softwareagenten sicher und über Unternehmensgrenzen hinweg interagieren können.

Durch die Kombination von Künstlicher Intelligenz und Blockchain entsteht eine sichere digitale Infrastruktur, die Datenflüsse zwischen bislang isolierten Akteuren ermöglicht.

Open-Source-Ansatz erleichtert Anwendung in der Industrie

Ein zentrales Merkmal des Projekts war die konsequente Ausrichtung auf Open Source. Sämtliche Softwarekomponenten, Schnittstellen und KI-Modelle wurden frei verfügbar entwickelt. Der Wissenstransfer in die Industrie erfolgte kontinuierlich – mit regelmäßigen Abgleichen zwischen praktischen Anforderungen und technologischer Entwicklung.

Diese enge Zusammenarbeit mit über zwölf Industrie- und Logistikunternehmen ermöglichte es, drei marktrelevante und bereits praxiserprobte Anwendungen zu entwickeln:

Praxisnahe Tools für Compliance, Preisbildung und Dokumentenmanagement

GreenComplAI unterstützt Unternehmen bei der automatisierten Analyse von Nachhaltigkeits-, Herkunfts- und Lieferkettendaten. Die Anwendung stellt Produktpässe und Zirkularitätskennzahlen bereit und liefert damit Entscheidungsgrundlagen für transparente Ressourcenkreisläufe.

SiMBA bietet eine KI-basierte Lösung zur dynamischen Preisbildung und Abrechnung in Echtzeit. Damit können Unternehmen Auslastungsschwankungen besser berücksichtigen und ihre Profitabilität steigern.

InstaSCAN digitalisiert Transportdokumente wie Frachtbriefe oder Lieferscheine webbasiert und ohne technischen Integrationsaufwand. Relevante Inhalte werden dabei automatisch per KI extrahiert und in strukturierte Daten überführt.

Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und der TU Dortmund haben Forschende offene, interoperable Technologien entwickelt, die organisationsübergreifende Multi-Agenten-Systeme ermöglichen
Das das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und der TU Dortmund offene, interoperable Technologien entwickelt, die organisationsübergreifende Multi-Agenten-Systeme ermöglichen sollen
© Foto: mehrzeiler – Thomas Willemsen

Grundlage für skalierbare Multi-Agenten-Netzwerke

Mit diesen Lösungen wurde die Basis für eine neue Generation interoperabler Multi-Agenten-Systeme geschaffen, teilt das Unternehmen mit, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette vernetzt arbeiten können – vom operativen Shopfloor bis zur übergeordneten Supply-Chain-Planung.

Die Technologien sollen die Logistik belastbarer machen und sie in die Lage versetzen, schneller auf Marktveränderungen und Störungen zu reagieren.

Neue Wissensplattform unterstützt KMU beim Technologieeinsatz

Im Rahmen von SKALA wurde zudem die Wissensplattform LogiDo aufgebaut. Sie stellt Lernmaterialien, Leitfäden und Quick-Checks bereit, um Unternehmen – insbesondere kleinen und mittleren Betrieben – einen unkomplizierten Einstieg in die Nutzung der SKALA-Technologien zu ermöglichen.

Professor Michael Henke, Institutsleiter am Fraunhofer IML, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: "Mit seinem offenen, modularen Ansatz leistet SKALA einen Beitrag zur digitalen und technologischen Souveränität in Deutschland und Europa. Die entwickelten Lösungen basieren auf Prinzipien wie Zukunftsfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Nachhaltigkeit und liefern übertragbare Architektur- und Umsetzungsansätze für weitere Initiativen", betont Henke.

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