Gütertransport auf Wasserstraßen weiter möglich
Viele deutsche Flüsse wie der Rhein, die Elbe oder die Donau sind durch die seit Wochen anhaltenden hohen Temperaturen und geringen Regenmengen von starkem Niedrigwasser betroffen – das hat auch Auswirkungen auf die Schifffahrt.
„Binnenschiffe können derzeit weniger Ladung aufnehmen als bei höheren Wasserständen“, teilt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.
Die Binnenschifffahrt würde auch bei Niedrigwasser weiterhin Gütertransporte durchführen. Amtliche Sperrungen durch die Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) gebe es nicht. „Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist“, sagte Spieß.
Andreas Bartel vom Duisburger Hafen Duisport geht auf die durch die niedrigen Pegelstände des Rheins entstandenen Probleme für die Schifffahrt und den Gütertransport ein. „Die Folge sind geringere Transportmengen pro Schiff und damit steigende Transportkosten entlang der Lieferkette.“
Gleichzeitig führe die reduzierte Auslastung dazu, dass für die gleiche Warenmenge mehr Binnenschiffe auf der Wasserstraße eingesetzt werden müssen. „Daher ist bei Niedrigwasser häufig sogar ein höheres Schiffsaufkommen auf dem Rhein zu beobachten als unter normalen Bedingungen“, erklärt Bartel.
Aktuell zeige sich die Binnenschifffahrt dennoch robust und weiche beispielsweise auf den Schienenverkehr aus. Bartel betont aber: „Der Klimawandel wird dazu führen, dass Phasen mit Niedrigwasser künftig häufiger auftreten können.“
Auch die Stahltochter des Industriekonzerns Thyssenkrupp produziert derzeit etwas weniger. Die sich verschärfende Niedrigwassersituation habe Auswirkungen auf die Versorgung des Duisburger Werkes mit Rohstoffen, so das Unternehmen Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Die eigene Schubschifffahrt habe man bereits eingestellt.
Am grundlegenden Bild der Flüsse werde sich erst etwas ändern, wenn es zu ergiebigen Regenfällen im ganzen oder wenigstens in großen Teilen des Einzugsgebietes der jeweiligen Flüsse kommt, betont Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSV.
Dies sei momentan aber nicht absehbar. Verlässliche Vorhersagen für die Wasserstände könnten nicht weiter blicken als die Wettervorhersagen, denn letztlich seien die Wasserstände nur eine Zusammenfassung der Niederschläge im jeweiligen Einzugsgebiet, so Krekel.
Laut der BfG ist in den kommenden Wochen keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten.
Warum ist der Rhein aktuell von Niedrigwasser betroffen?
Die Wasserstände hängen von den Niederschlägen im jeweiligen Einzugsgebiet ab. Bleiben Regenfälle über längere Zeit aus, sinken die Pegelstände. Nach Angaben der Wasserexperten ist derzeit keine nachhaltige Entspannung der Niedrigwassersituation in Sicht.
Können Binnenschiffe trotz Niedrigwasser weiterfahren?
Ja. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt wird der Gütertransport auch bei Niedrigwasser fortgesetzt. Allerdings können die Schiffe weniger Ladung aufnehmen als bei höheren Wasserständen.
Welche Folgen hat Niedrigwasser für die Binnenschifffahrt?
Niedrige Pegelstände verringern die Transportkapazität der Schiffe. Um die gleiche Warenmenge zu befördern, müssen häufig zusätzliche Schiffe eingesetzt werden.
Warum steigen bei Niedrigwasser die Transportkosten?
Wenn Schiffe weniger Fracht laden können, verteilen sich die Transportkosten auf kleinere Mengen. Dadurch steigen die Kosten entlang der gesamten Lieferkette.
Welche Auswirkungen hat Niedrigwasser auf die Logistik?
Niedrigwasser kann Lieferketten belasten und die Planung von Transporten erschweren. Unternehmen müssen teilweise auf andere Verkehrsträger wie die Schiene ausweichen oder zusätzliche Transportkapazitäten organisieren.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Vor allem Unternehmen, die große Mengen an Rohstoffen oder Massengütern über Wasserstraßen transportieren. Dazu gehören unter anderem die Stahlindustrie, die Chemiebranche und die Energiewirtschaft.
Wird Niedrigwasser künftig häufiger auftreten?
Experten gehen davon aus, dass Phasen mit Niedrigwasser im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten könnten. Dies könnte die Binnenschifffahrt und die Logistikbranche langfristig vor zusätzliche Herausforderungen stellen.