Auch bei schwacher Konsumstimmung konnte der Onlinehandel im Jahr 2025 die nötigen Kaufimpulse bei den Verbrauchern in Deutschland setzen. Wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) meldet, ist der Brutto-Umsatz mit Waren im deutschen E-Commerce im vergangenen Jahr erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen gestiegen und erreichte 83,1 Milliarden (Mrd.) Euro. Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr (2024: 80,6 Mrd. Euro). Prognostiziert waren 2,5 Prozent.
Digitale Dienstleistungen steigern Erlöse deutlich
Das Wachstum der digitalen Dienstleistungen betrug laut bevh 7,3 Prozent auf jetzt 14,4 Mrd. Euro. Der gesamte Branchenumsatz mit Waren und Dienstleistungen kratzt damit wieder an der 100-Milliarden-Euro-Grenze, betont der Verband in einer Mitteilung.
Top-Segmente: Medikamente, Lebensmittel und Tierbedarf
Die im Onlinehandel besonders gefragten Produktkategorien waren Medikamente (plus 6,0 Prozent) und Lebensmittel (plus 5,5 Prozent), gefolgt von Tierbedarf (plus 5,0 Prozent). Deutlich besser als im Vorjahr entwickelten sich die Umsätze im wichtigen Modehandel (plus 3,5 Prozent). Geringer als der Gesamtmarkt wuchs dagegen der Handel mit Elektronik und Telekommunikation (plus 1,4 Prozent), der im Vorjahr aber noch ein deutliches Minus verzeichnete.
Online-Marktplätze dominieren
Bei den Versendertypen dominieren Online-Marktplätze, die mit 4,9 Prozent Umsatzplus auch das stärkste Wachstum aufweisen. Mittlerweile werden 56 Prozent oder 46,2 Mrd. Euro des gesamten Onlinehandels über Marktplätze abgewickelt. Wachstumstreiber waren Plattformen chinesischer Herkunft. Die auf Niedrigpreise fokussierten Plattformen Shein, Temu und AliExpress kommen zwar noch auf einen geringen Umsatzanteil. Sie wuchsen mit 27,2 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro aber deutlich schneller als das gesamte Anbietersegment der Marktplätze.
China-Plattformen treiben Wachstum
Jede 15. Bestellung im Internet wird der bevh-Auswertung zufolge mittlerweile bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Von den 2,6 Mrd. Euro Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren machte das Wachstum der Plattformen chinesischer Herkunft 30 Prozent aus.
Multichannel verliert
Der klassische Online-Handel - hierzu werden Internet- Pure-Player, Apothekenversender und Shoppingclubs gezählt – wuchs um 2,1 Prozent auf 23,2 Mrd. Euro Umsatz. Der einzige Versendertyp, der sich 2025 als leicht rückläufig erwies, waren Multichannel-Versender. Hier schrumpften die Umsätze um 1,1 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro.
Prognose 2026: Branche erwartet erneut Wachstum
Im Verlauf des Jahres 2026 erwarten der bevh und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose, dass die Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter überdurchschnittlich wächst und ein (nominales) Umsatzwachstum im E-Commerce mit Waren von 3,8 Prozent erreicht.