Mit dem Ende der Haupteinkaufssaison im Weihnachtsgeschäft hat die Logistikbranche die „Retouren-Saison“ eingeläutet. Laut der DHL Group sind die Gewinner im globalen Handel „nicht mehr diejenigen, die versuchen, Retouren zu eliminieren, sondern diejenigen, die den Wertschöpfungszyklus beherrschen“. Dies würden die Ergebnisse des jüngsten DHL eCommerce Trends Reports sowie aktuelle Betriebsdaten zeigen. Der Fokus in der Branche habe sich darauf verlagert, wer Retouren „am effizientesten und nachhaltigsten abwickeln kann“.
Retouren in der Mode
In der Modebranche sind Retouren längst kein Nebenprodukt mehr, was an der Gewohnheit der Verbraucher liegt, mehrere Größen oder Farben zu bestellen. Laut DHL Group treibt dieses Käuferverhalten die Retourenquoten inzwischen auf durchschnittlich über 50 Prozent. In sensiblen Kategorien wie Kleidern laut Daten der IHL Group können die Quoten sogar fast 90 Prozent erreichen. „Bei derart hohen Raten werden Ergebnis und Nachhaltigkeitsprofil einer Marke maßgeblich von der Infrastruktur des Logistikpartners beeinflusst“, betont der Logistikdienstleister. Die DHL Group begegne dieser Herausforderung durch ihr Engagement für nachhaltigere Logistik und nutzt weltweit 42.000 Elektrofahrzeuge sowie ein dichtes Netz von rund 170.000 Servicepunkten allein in Europa. Unterstützt werde dies durch die „Label-less“-Lösung von DHL, die es Kunden ermöglicht, Artikel nur mit einem QR-Code zurückzusenden.
Retourenprozess ist wichtig für die Kaufentscheidung
Die Ergebnisse des aktuellen DHL eCommerce Trends Report Shopper Edit belegen laut DHL Group, dass ein reibungsloser Retourenprozess ein wichtiger Treiber für die Kaufentscheidung ist. 79 Prozent der Online-Shopper brechen laut der Umfrage einen Kauf ab, wenn die Bedingungen für Retouren nicht ihren Erwartungen entsprechen. „Retouren sind heutzutage unvermeidbar und Teil der Erwartungshaltung von Kunden“, sagt denn auch Pablo Ciano, CEO von DHL eCommerce. Verbraucher wünschten sich hier ein „hybrides Erlebnis“ – online kaufen, aber über ein dichtes Netz von Packstationen oder Servicepunkten vor Ort retournieren, so die DHL Group.
Effiziente Lieferkette als Rückgrat der Retourenstrategie
DHL schaffe es, durch die Zusammenlegung von Fulfillment und Retourenmanagement, retournierte Artikel noch am selben Tag zu prüfen, wiedereinzulagern und zu verkaufen, was die Liegezeiten des Inventars erheblich reduziere. „Eine effiziente Lieferkette ist das Rückgrat jeder erfolgreichen Retourenstrategie. Mit dem DHL ReTurn Network bewegen wir nicht nur Pakete, wir vermarkten Produkte neu. Unsere Programme bündeln Waren für Sekundärmärkte und stellen sicher, dass Produkte im Kreislauf bleiben, statt auf Deponien zu landen“, sagt Hendrik Venter, CEO DHL Supply Chain EMEA. Dieser Ansatz ermögliche es Einzelhändlern, „bis zu 90 Prozent des Wiederverkaufswerts eines Produkts zurückzugewinnen“.