Deutsche Seehäfen steigern Umschlag

10.03.2026 13:48 Uhr | Lesezeit: 3 min
Blick auf ein Containerschiff auf dem offenen Meer, Frontansicht
Mehr Güter über See – trotz Iran‑Krieg und Zollstreit
© Foto: Moofushi/stock.adobe.com

Der Güterumschlag in deutschen Häfen ist 2025 kräftig gestiegen, obwohl internationale Konflikte den Handel belasten.

Trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Lage und anhaltender Handelskonflikte ist der Güterumschlag in Deutschlands Seehäfen im Jahr 2025 kräftig gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden insgesamt 284,4 Millionen Tonnen umgeschlagen – ein Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Importe legen deutlich zu – Exportseite wächst nur leicht

Vor allem der Güterempfang aus dem Ausland sorgte für das Plus:
Die Einfuhren über die Seehäfen stiegen um 5,3 Prozent auf 171,1 Millionen Tonnen.

Der Versand deutscher Güter ins Ausland wuchs hingegen deutlich langsamer:
Mit 103,7 Millionen Tonnen lag der Wert nur 0,5 Prozent über dem Ergebnis von 2024.

Der innerdeutsche Seeverkehr machte trotz eines kräftigen Anstiegs von 15,7 Prozent mit 9,6 Millionen Tonnen weiterhin nur einen kleinen Teil des Gesamtumschlags aus.

Sorgen wegen Iran‑Krieg und blockierter Seewege

Sorge bereitet der Branche der Krieg im Iran, der den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gebracht hat – eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) geht davon aus, dass derzeit mindestens 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf festsitzen.

Zwar spielt der direkte Seeverkehr mit den Golfstaaten statistisch nur eine geringe Rolle – rund 4 Millionen Tonnen oder 1,4 Prozent des Gesamtumschlags.
Doch viele Güter erreichen Europa zunächst über große Seehäfen in den Niederlanden oder Frankreich.

Die Statistiker warnen:
„Auch indirekte Blockaden im Nahen Osten können die Versorgung Deutschlands beeinträchtigen.“

USA bleiben wichtigster Handelspartner im Seeverkehr

Im bilateralen Seeverkehr bleiben die USA Deutschlands bedeutendster Partner – trotz Zollstreit und rückläufiger Zahlen:

  • Güterverkehr mit den USA: –3,6 % auf 28,7 Mio. Tonnen
  • Rang 2: Norwegen (26 Mio. Tonnen)
  • Rang 3 und 4: Schweden und China

China bleibt der mit Abstand wichtigste Partner im Containerverkehr:
Rund 20 Prozent des gesamten deutschen Containerumschlags entfielen 2025 auf die Volksrepublik.

Hamburg bleibt größter deutscher Hafen

Der größte Seehafen Deutschlands bleibt Hamburg mit einem Umschlag von 99,8 Millionen Tonnen.
Mit deutlichem Abstand folgen:

  • Bremerhaven
  • Wilhelmshaven
  • Rostock
  • Lübeck

Damit behauptet Hamburg seine Spitzenposition – trotz verschärfter Konkurrenz und geopolitischer Unsicherheiten.


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