HHLA legt bei Containerumschlag und Intermodal deutlich zu

26.03.2026 09:53 Uhr | Lesezeit: 3 min
HHLA erhöht Umsatz und EBIT
HHLA erhöht Umsatz und EBIT
© Foto: HHLA

Die HHLA hat 2025 Umsatz, EBIT und Umschlag gesteigert. Steuerliche Sondereffekte belasten den Gewinn, für 2026 erwartet der Konzern weiteres Wachstum.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im Geschäftsjahr 2025 trotz konjunktureller Belastungen, geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten in der US‑Handelspolitik operativ zugelegt. Der Konzernumsatz stieg um 9,9 Prozent auf 1.756,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 19,5 Prozent auf 160,5 Millionen Euro.

Der Konzernjahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter lag jedoch mit 9,8 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert. Grund dafür waren steuerliche Einmaleffekte. Positiv entwickelte sich hingegen das operative Geschäft: Der Containerumschlag stieg konzernweit um 5,4 Prozent auf 6,295 Millionen Standardcontainer (TEU), das Intermodal‑Transportvolumen legte um 10,9 Prozent auf 1,982 Millionen TEU zu.

Hafenlogistik legt bei Umsatz und EBIT deutlich zu

Im börsennotierten Teilkonzern Hafenlogistik erhöhten sich die Umsatzerlöse um 10,1 Prozent auf 1.718,8 Millionen Euro. Das EBIT wuchs um 22,8 Prozent auf 144,7 Millionen Euro. Trotz einer Abschwächung im zweiten Halbjahr blieb die operative Entwicklung insgesamt stabil. Belastend wirkten jedoch anhaltende Lieferkettenstörungen sowie umfangreiche Umbauarbeiten zur Automatisierung der Hamburger Anlagen im laufenden Betrieb.

Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter fiel aufgrund steuerlicher Sondereffekte auf 1,1 Millionen Euro. Das Ergebnis je A‑Aktie lag bei 0,02 Euro.

Containerumschlag steigt – Verschiebungen bei Fahrtgebieten

Im Segment Container nahm der Umschlag an den HHLA‑Seehafenterminals um 5,4 Prozent auf 6,295 Millionen TEU zu. An den Hamburger Containerterminals lag das Plus bei 4,8 Prozent. Rückgänge im Nordamerika‑Verkehr wurden durch Zuwächse aus Fernost – insbesondere China – sowie aus Südamerika, Afrika, Australien und dem Mittleren Osten ausgeglichen.

Deutlich legten auch die Ladungsmengen im Verkehr mit europäischen Hochseehäfen zu, vor allem aus dem Vereinigten Königreich, Belgien, Spanien und den Niederlanden. Ursache waren weiterhin Routenverlagerungen infolge des militärischen Konflikts im Roten Meer.

Internationale Terminals mit starkem Wachstum

Die internationalen Containerterminals steigerten ihren Umschlag um 19,2 Prozent auf 339.000 TEU. Neben geplanten Mengenzuwächsen bei HHLA PLT Italy trug die eingeschränkte Wiederaufnahme des wasserseitigen Umschlags am Container Terminal Odessa ab dem dritten Quartal 2024 zu dieser Entwicklung bei. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Umschlagmengen am Multifunktionsterminal HHLA TK Estonia.

Trotz höherer Umsätze sank das EBIT im Segment Container um 6,4 Prozent auf 73,9 Millionen Euro. Ursächlich waren vor allem tarifbedingt steigende Personalaufwendungen und zusätzlicher Personaleinsatz infolge der höheren Auslastung.

Intermodalgeschäft wächst zweistellig

Das Segment Intermodal entwickelte sich besonders dynamisch. Das Transportvolumen stieg um 10,9 Prozent auf 1,982 Millionen TEU. Die Bahntransporte legten um 11,2 Prozent auf 1,719 Millionen TEU zu, die Straßentransporte um 8,7 Prozent auf 263.000 TEU.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 12,0 Prozent auf 797,0 Millionen Euro. Das EBIT verbesserte sich um 23,9 Prozent auf 103,7 Millionen Euro, die EBIT‑Marge stieg auf 13,0 Prozent. Belastend wirkten weiterhin Baustellen auf zentralen Transportachsen sowie die hohe Auslastung der norddeutschen Seehäfen.

Immobiliengeschäft mit stabilem Umsatz

Im Teilkonzern Immobilien blieben die Umsatzerlöse mit 46,3 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Das EBIT sank um 4,4 Prozent auf 15,4 Millionen Euro. Hintergrund waren hohe Einmalaufwendungen für nicht‑operative Leistungen im dritten Quartal. Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 8,6 Millionen Euro.

Keine Dividende für 2025 geplant

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten – weder für die börsennotierte A‑Aktie noch für die S‑Aktie. Ausschlaggebend ist der durch steuerliche Effekte belastete Jahresüberschuss.

Ausblick: weiteres Wachstum und hohe Investitionen

Für 2026 rechnet die HHLA im Teilkonzern Hafenlogistik mit einem deutlichen Anstieg beim Containerumschlag und einem starken Wachstum im Containertransport. Das operative EBIT soll zwischen 160 und 180 Millionen Euro liegen. Auf Konzernebene wird ein EBIT von 175 bis 195 Millionen Euro erwartet.

Die geplanten Investitionen belaufen sich auf 430 bis 480 Millionen Euro, davon entfallen 400 bis 450 Millionen Euro auf den Bereich Hafenlogistik.

HASHTAG


#HHLA – Hamburger Hafen und Logistik

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