HHLA nimmt ferngesteuerte Containerbrücken in Betrieb

26.01.2026 08:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
ferngesteuerte Containerbrücken HHLA
Rund 70 geschulte Mitarbeitende steuern künftig Containerbrücken aus dem Büro statt direkt von der Anlage (Symbolbild)
© Foto: HHLA / Thies Raetzke

Im Hamburger Hafen starten drei ferngesteuerte Containerbrücken in den Regelbetrieb und sollen den Umschlag effizienter machen.

Im Hamburger Hafen sollen im Februar erstmals ferngesteuerte Containerbrücken vollständig in den Regelbetrieb integriert werden. Das teilte die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mit. Die drei Anlagen sind am Containerterminal Altenwerder im Einsatz, einem der vier Containerterminals des Hafens. Seit Ende 2025 werden die Brücken dort getestet.

Für die Bedienung der neuen Technik mussten die Mitarbeitenden der HHLA eine interne Qualifizierung absolvieren. Rund 70 Beschäftigte haben die Ausbildung zum Containerbrücken-Fernsteuerer bereits abgeschlossen. Sie arbeiten nicht mehr direkt auf der Brücke, sondern steuern die Anlagen aus einem Bürogebäude heraus. Mithilfe von Live-Videobildern und Joysticks bewegen sie die Container präzise an ihre vorgesehenen Positionen.

Nach Einschätzung von Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) wird die HHLA mit den ferngesteuerten Systemen den Containerumschlag effizienter gestalten. Unternehmenschef Jeroen Eijsink machte jedoch keine Angaben dazu, wie viele zusätzliche Container künftig mit den neuen Brücken bewegt werden können.

Liebherr liefert neue Containerbrücken

Die neuen Containerbrücken stammen vom Schweizer Hersteller Liebherr. Die Anlagen erreichen eine Höhe von bis zu 120 Metern und sind für die Be- und Entladung von Containerschiffen mit bis zu 16.000 Standardcontainern ausgelegt. Eine einzelne Brücke kostet nach Angaben von Eijsink einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Entscheidung für Liebherr sei aus technischen und betriebswirtschaftlichen Gründen getroffen worden. Gleichzeitig betonte der HHLA-Chef, dass der chinesische Hersteller ZPMC, der als Weltmarktführer gilt, auch künftig als Lieferant in Betracht gezogen werde.

Die nächsten drei ferngesteuerten Containerbrücken von Liebherr sollen im April geliefert werden. Bis 2030 plant die HHLA, alle 14 Brücken am Terminal Altenwerder durch automatisierte Anlagen zu ersetzen. Voraussichtlich werden auch die weiteren Systeme von Liebherr geliefert, wie eine Unternehmenssprecherin erklärte.

Automatisierung auch bei Wettbewerbern

Auch der Wettbewerber Eurogate, der ebenfalls ein Containerterminal in Hamburg betreibt, setzt auf automatisierte Technik. Am Standort Wilhelmshaven sind seit rund einem Jahr zwei ferngesteuerte Containerbrücken im Einsatz. Für das Hamburger Terminal hat Eurogate vier weitere Brücken bestellt, deren Lieferung zwischen Ende 2027 und Anfang 2028 geplant ist.

HASHTAG


#HHLA – Hamburger Hafen und Logistik

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