Daimler Truck setzt auf LH₂ für den Schwerlastverkehr

11.05.2026 14:13 Uhr | Lesezeit: 3 min
Flüssigwasserstoff: Daimler Truck plant Internationale Lieferkette für Europa
Daimler Truck, MB Energy und Kawasaki Heavy Industries unterzeichnen Vereinbarung zum Aufbau einer Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa über Hamburg
© Foto: Daimler Truck

Mehrere Unternehmen planen eine internationale Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff zum Hamburger Hafen. Der kommerzielle Betrieb soll Anfang der 2030er‑Jahre starten.

Mehrere Unternehmen bündeln ihre Kompetenzen, um eine wirtschaftlich tragfähige Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff (LH₂) zum Hamburger Hafen aufzubauen. Geplant sind zunächst Machbarkeits‑ und Wirtschaftlichkeitsstudien, die den Aufbau eines internationalen Importkorridors vorbereiten sollen. Ziel ist es, den kommerziellen Betrieb Anfang der 2030er‑Jahre aufzunehmen.

Die Zusammenarbeit baut auf einer bestehenden deutsch‑japanischen Absichtserklärung zum Aufbau einer Wasserstoff‑Lieferkette auf. Neben der internationalen Expansion wasserstoffbezogener Aktivitäten soll das Projekt auch zur Stärkung der Energiesicherheit und zur Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr beitragen.

Hamburg als zentrales Eingangstor für Wasserstoff

Nach Einschätzung der Beteiligten ist Hamburg aufgrund seiner Infrastruktur und Hafenanbindung besonders gut positioniert, um eine Schlüsselrolle beim Import von Wasserstoff nach Deutschland und Europa einzunehmen. Geplant ist ein skalierbarer End‑to‑End‑Ansatz, der Erzeugung, Transport, Speicherung und Verteilung umfasst.

Infrastruktur, Fahrzeuge und Technologie aus einer Hand

Die Partner bringen unterschiedliche Stärken in das Projekt ein. MB Energy steuert seine bestehende Infrastruktur, Handels‑ und Logistikkompetenz sowie ein etabliertes Tankstellennetz bei, darunter auch Standorte, die für die Versorgung mit Flüssigwasserstoff (LH₂) umgerüstet werden sollen.

Daimler Truck verfolgt bei der Dekarbonisierung des Schwerverkehrs einen technologieoffenen Ansatz. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen setzt das Unternehmen auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen‑Lkw. Ab Ende 2026 sollen zunächst 100 flüssigwasserstoffbetriebene Lkw bei Kunden im Einsatz sein. Die Serienproduktion ist für die frühen 2030er‑Jahre geplant – zu einem Zeitpunkt, an dem eine wettbewerbsfähige Versorgung mit LH₂ erwartet wird.


Flüssigwasserstoff für den Fernverkehr

Für den Schwerlast‑Fernverkehr gilt flüssiger Wasserstoff wegen seiner hohen Energiedichte und kurzen Betankungszeiten als besonders geeignet. Entscheidend für eine Markthochlauf sei jedoch eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Lieferkette, die nur durch ein koordiniertes Vorgehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen könne.


Japanische Technologie für Transport und Speicherung

Kawasaki Heavy Industries bringt seine Expertise in der Entwicklung und Herstellung zentraler Infrastrukturkomponenten ein. Dazu zählen Wasserstoff‑Verflüssigungsanlagen, LH₂‑Speicher sowie Spezialschiffe für den Transport von verflüssigtem Wasserstoff. Diese Technologien sind entscheidend für den Aufbau langfristig funktionierender internationaler Lieferketten.

Ziel ist es, effiziente Transportwege von potenziellen Erzeugerländern nach Deutschland zu etablieren und so die Nutzung von Wasserstoff in europäischen Industrien zu fördern – beginnend mit emissionsfreien Nutzfahrzeugen im Schwerlastverkehr.


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