Fake‑Speditionen verursachen Millionenschäden in der Transportbranche
Unternehmen in Hessen berichten von einer zunehmenden Zahl sogenannter Phantomfrachtführer, die im Transportwesen hohe Schäden verursachen. Dabei geben sich Täter als seriöse Transportunternehmer aus, übernehmen Frachtaufträge – und verschwinden anschließend mitsamt Lkw und Ladung. Das Landeskriminalamt Hessen (LKA) beobachtet diese Betrugsform nach eigenen Angaben inzwischen gezielt.
Nach Einschätzung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) nimmt diese Form der Kriminalität deutlich zu. Die Täter treten unter falscher Identität auf, nutzen gefälschte Unternehmensprofile und erschleichen sich so Transportaufträge in gutem Glauben.
Schadenssumme zuletzt stark gestiegen
Die wirtschaftlichen Schäden sind erheblich. Unter Berufung auf Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beziffert die VhU den bundesweiten Schaden durch Fake‑Speditionen im ersten Halbjahr 2025 auf rund 17,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2023 lag der Schaden bei etwa fünf Millionen Euro.
Damit hat sich die Schadenssumme innerhalb kurzer Zeit mehr als verdreifacht.
Bequemer als klassischer Diebstahl
Bekannter sind in der Branche bislang die sogenannten Planenschlitzer, die Ladung von auf Rastanlagen abgestellten Lkw stehlen. Phantomfrachtführer agieren jedoch deutlich komfortabler. Sie übernehmen bereits voll beladene Sattelzüge, oftmals mit hochwertiger Ware.
Nach Angaben des LKA handelt es sich häufig um organisierte Tätergruppen, die Transportaufträge gezielt über Online‑Plattformen akquirieren – teils über besonders günstige Angebote. Um eine Nachverfolgung zu erschweren, werden nach der Übernahme Kennzeichen ausgetauscht oder manipuliert.
Ermittler sprechen von systematischem Betrug
Aus Sicht der Ermittlungsbehörden handelt es sich nicht um klassischen Diebstahl, sondern um professionell organisierten Betrug. Die Täter operieren mit fingierten Firmendaten, Telefonnummern und Ansprechpartnern, um Vertrauen aufzubauen.
Dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, die Ermittler zunehmend auswerten und analysieren.