Vorhang auf für die Gewinner des ECR Awards 2026: GS1 Germany hat drei Kooperationen mit Vorbildcharakter mit dem ECR Award ausgezeichnet. Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg haben die Partner aus Industrie, Handel und Dienstleistung innovative und skalierbare Lösungen mit konkretem Kundennutzen entwickelt.
GS1 würdigt mit dem ECR Award Projekte in den Kategorien „ECR Collaboration Excellence“, „ECR Innovation Excellence“ und „ECR Sustainability Excellence“, die den Gedanken „Efficient Consumer Response“ (ECR) in die Praxis übersetzt haben. In diesem Jahr wurde dieser renommierte Preis von GS1 Germany zum 23. Mail verliehen.
ECR Collaboration Excellence Award: Die Kassenzone neu gedacht
Mit dem „European NextGen Checkout Projekt“ reagieren die Rewe Group und Mars auf den wachsenden Anteil von Selbstbedienungskassen und die damit verbundenen Veränderungen in Funktion und Gestaltung der Kassenzone. Self-Checkout kann Wartezeiten verkürzen und den Bezahlprozess komfortabler machen. Gleichzeitig verändert sich die Aufmerksamkeit für klassische Impulsangebote. Ziel ihrer gemeinsam entwickelten Lösung ist es, die Kassenzone stärker an den Bedürfnissen der Konsumenten auszurichten.
Das Projekt verbindet kurzfristig umsetzbare Verbesserungen mit einer langfristigen, datenbasierten Neugestaltung. In acht Ländern und fünf Vertriebsformaten wurden bislang über 7.000 Impulsmodule installiert und über 2.500 Kassenzonen optimiert. In Pilotmärkten fließen Transaktionsdaten und Erkenntnisse zu Wartezeiten und Laufwegen in die Planung ein. Sortimente und Platzierungen können so angepasst sowie Warenträger und Kassentypen neu aufeinander abgestimmt werden. Die Jury würdigte vor allem den Umfang und die internationale Dimension des Projekts. Darüber hinaus sah sie Potenzial, den Ansatz auf weitere Kategorien zu übertragen
ECR Innovation Excellence Award: Vernetzte Shopper-Aktivierung
Mit dem Projekt „360° Integrated Activation – Die Evolution des Meal Deals“ greifen Kaufland und Coca-Cola die etablierte Idee des Meal Deals auf und entwickeln diese datenbasiert weiter.
Auf Basis der First-Party-Data der Kaufland-Xtra-Card werden Shopperprofile identifiziert und entlang einer lückenlos geführten Journey aktiviert. Für die Pilotphase wurden rund 1,5 Millionen Softdrink- und Pizza-Käufer in 169 Fokus-Stores mit hohem Convenience-Anteil angesteuert. Gezielte Social-Media-Ansprache, Angebote in der App, Out-of-Home-Kommunikation, digitale Screens und Produktplatzierungen im Markt werden entlang der gesamten „Shopper Journey“ aufeinander abgestimmt. Durch das transparente Performance-Tracking am Kassenbon schließt sich der Datenkreis direkt am Point of Sale. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in künftige Aktivierungen einfließen und den Ansatz auf zusätzliche Produktkombinationen, Kategorien und Märkte übertragbar machen.
Die Jury sah die besondere Stärke in der erfolgreichen Weiterentwicklung und praktischen Umsetzung einer etablierten Mechanik. Zudem überzeugten der Live-Pitch und die aufgezeigten Möglichkeiten für weitere Produktkombinationen.
ECR Sustainability Excellence Award: Mehrwegsystem für Kosmetik
Mit dem Projekt „zerooo – Das Mehrwegsystem für Drogerie und Kosmetik“ bauen die Unternehmen SEA ME, Müller und Budni gemeinsam mit beteiligten Marken einen branchenoffenen Mehrwegkreislauf für Pflege-, Kosmetik- und Haushaltsprodukte auf. Konsumenten erwerben die Produkte in wiederverwendbaren Pfandgebinden und geben sie nach Gebrauch an der Kasse, am Pfandautomaten oder über Lieferdienste zurück. Zerooo übernimmt anschließend die Rückführung, Sortierung, Reinigung und erneute Bereitstellung. Ziel ist ein System, das für Marken und Handel praktikabel ist und Mehrweg unkompliziert in bestehende Einkaufsroutinen integriert.
Bis zu 500.000 Gebinde zirkulieren bereits über ein Netz von knapp 1000 Verkaufs- und Rückgabepunkten in Deutschland und Österreich. Jede PET-Mehrwegflasche wird mit einem sogenannten Global Returnable Asset Identifier (GRAI) eindeutig gekennzeichnet. Umläufe und Reinigungsstatus der Gebinde lassen sich so nachvollziehen. Die Ökobilanz weist gegenüber vergleichbaren Einwegverpackungen ungefähr 40 Prozent weniger CO₂-Emissionen und einen um etwa 40 Prozent geringeren Verbrauch fossiler Ressourcen aus. Erstellt wurde die Ökobilanz von der Technischen Universität Hamburg, die und unabhängig geprüft wurde.
In einem engen Bewerberfeld waren für die Jury vor allem der hohe Reifegrad und die Skalierbarkeit des Systems ausschlaggebend. Auch der überzeugende Live-Pitch trug zur Entscheidung bei.