Webfleet hat auf der IAA Transportation 2026 den Commercial Trip Monitor vorgestellt: Das kostenlose Online-Tool analysiert, wie sich die Verkehrsbedingungen für Transporter und Lkw in 32 europäischen Städten entwickeln. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich die Bedingungen für den gewerblichen Verkehr in vielen Städten verschlechtert haben. Grundlage sind anonymisierte und aggregierte Daten von Nutzfahrzeugen. Im Fokus stehen wiederkehrende gewerbliche Fahrten, um Entwicklungen im Wirtschaftsverkehr sichtbar zu machen.
Zwei Kennzahlen im Fokus
Die sogenannte 15-Minuten-Reichweite misst, welche Strecke ein Transporter oder Lkw innerhalb von 15 Minuten zurücklegen kann. Die Leerlaufintensität zeigt, wie hoch der Anteil der Fahrt ist, in dem ein Fahrzeug mit laufendem Motor stillsteht.
Große Unterschiede in Europa
Die höchsten Werte bei der 15-Minuten-Reichweite erzielten 2026 Zaragoza (Spanien) sowie die niederländischen Städte Apeldoorn und Utrecht. Die niedrigsten Werte verzeichneten Berlin, Paris und Krakau. Berlin lag im Durchschnitt aller untersuchten Städte auf dem letzten Platz.
In München sank die innerhalb von 15 Minuten zurückgelegte Strecke im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent. In Leipzig lag das Minus bei 4,3 Prozent, in Hamburg bei 3,3 Prozent.
Polen war das einzige untersuchte Land, in dem sich die 15-Minuten-Reichweite in allen betrachteten Städten verbesserte. Gleichzeitig blieben die Leerlaufzeiten weitgehend stabil oder gingen zurück.
Rom und Mailand verbesserten ihre 15-Minuten-Reichweite im Jahresvergleich. Gleichzeitig wies Mailand mit 21 Prozent die höchste Leerlaufintensität aller untersuchten Städte auf. In Paris lag der Wert bei 16 Prozent.
Gewerblicher Verkehr stellt Städte vor besondere Herausforderungen
„Der Webfleet Commercial Trip Monitor ermöglicht einen klareren Blick auf die urbane Mobilität aus der Perspektive des gewerblichen Verkehrs“, sagt Jan-Maarten de Vries, President Fleet Management Solutions bei Bridgestone.
„Nutzfahrzeuge erleben Städte anders als Pendler oder Privatpersonen. Sie fahren andere Routen, unterliegen anderen Vorschriften, legen zahlreiche Zwischenstopps ein und müssen be- und entladen werden. Wenn sich die Bedingungen durch Verkehrsüberlastung, Baustellen, Umweltzonen, neue Vorschriften oder Großveranstaltungen verändern, spüren Fuhrparkunternehmen die Auswirkungen häufig als Erste. Selbst vergleichsweise kleine Veränderungen können sich auf Produktivität, Betriebskosten, Kraftstoffverbrauch und Emissionen auswirken.“
Detaillierte Auswertungen zu Verkehr, Kraftstoffverbrauch und Emissionen
Neben den beiden Hauptkennzahlen bietet der Monitor zusätzliche Auswertungen für einzelne Städte. Nutzer können unter anderem Daten zu Fahrtenvolumen, zurückgelegten Strecken, Kraftstoffverbrauch, CO₂-Emissionen sowie zu lokalen Einflussfaktoren abrufen, die den gewerblichen Verkehr beeinflussen.
Für die Analysen greift Webfleet auf eines der größten Ökosysteme vernetzter Fahrzeuge in Europa zurück. Die Auswertung basiert auf einer sogenannten Fixed-Panel-Methode, bei der vergleichbare Fahrten zu Routenfamilien zusammengefasst werden. Ziel ist es, Veränderungen über längere Zeiträume konsistent abzubilden.
Bei der Entwicklung der Methodik und der Verarbeitung der Daten arbeitete Webfleet mit dem Mobilitätsspezialisten Mobito zusammen.