Bahnverbände drängen auf eine Trassenpreisreform

23.09.2026 08:35 Uhr | Lesezeit: 3 min
Schienengueterverkehr_DB_Cargo_Rangierbahnhof
Es drohen laut den Bahnverbänden ab Mitte Dezember durchschnittliche Trassenpreissteigerungen von 12,6 Prozent für den Schienengüterverkehr
©Foto: Deutsche Bahn AG/ OLiver Lang

Etwa vor einem Jahre hatte das Bundesverkehrsministerium eine Reform der angekündigt, davon ist nach wie vor nichts zu sehen, der damals genannte Termin sei nicht mehr zu halten, kritisieren mehrere Bahnverbände.

Die Bundesregierung sei die angekündigte Trassenpreisreform auch ein Jahr nach Vorstellung der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ durch den damaligen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) schuldig geblieben, kritisierten die Allianz pro Schiene, der Verband „Die Güterbahnen, Mofair und der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Das Ziel, die Reform der Trassenpreise zum 1. Januar 2027 umzusetzen, sei nicht mehr zu halten. Die Bahnverbände fordern daher eine Umsetzung zum Fahrplan 2028 und beharren auf einer grundlegenden Neuaufstellung des Preissystems für den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene. Außerdem fordern die Verbände einen Dialog des Bundesverkehrsministeriums mit der Branche.

Kosten bleiben hoch und Preissprünge drohen

Es gebe noch immer keine grundlegende Lösung für eine Kostendämpfung und langfristige Planbarkeit der Preisentwicklung bei der Trassennutzung gibt, dies trotz zahlreicher Herausforderungen im Personen- und Güterverkehr auf der Schiene. Bislang seien ausschließlich zusätzliche Anreizsetzungen für die Nutzer der Schiene diskutiert worden, die lediglich Kosten zwischen den einzelnen Verkehren verschieben würden, so die Verbände. Die Kostenbelastung für die Branche insgesamt bliebe unverändert hoch und unkalkulierbare Preissprünge weiterhin die Perspektive.

Trassenpreissteigerungen für den Schienengüterverkehr drohen

So werden die Trassenpreise für das Fahrplanjahr 2027 absehbar erneut erst kurz vor dem Fahrplanwechsel im Dezember feststehen, wodurch Verkehrsunternehmen ihre Kosten kaum planen können. Dabei stehen durchschnittliche Trassenpreissteigerungen von 12,6 Prozent für den Schienengüterverkehr und 7,8 Prozent für den SPNV ab Mitte Dezember im Raum. Da die Bundesregierung im Schienengüterverkehr zugleich eine starke Kürzung der Trassenpreisförderung plant, bilden die 12,6 Prozent jedoch nur einen Teil der zusätzlichen Kostenbelastung ab.

Bürokratie bei der Trassenpreisfestsetzungen reduzieren

Eine echte Trassenpreisreform, die sich an den unmittelbaren Kosten des Zugbetriebs orientiert – das sogenanntes Grenzkostenmodell – und die Kosten für Personennah- und Personenfernverkehr sowie den Güterverkehr auf der Schiene reduziert und hilft, die überbordende und unproduktive Bürokratie bei der Trassenpreisfestsetzungen zu reduzieren, sei bislang nicht in Sicht, kritisieren die Verbände. Ebenso fehle nach wie vor die dringend benötigte mehrjährige Planungssicherheit über die zukünftige Höhe der Trassenpreise. Die Verbände fordern daher Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) dazu auf, die angekündigte grundlegende Trassenpreisreform – unter Einbeziehung der gesamten Branche – voranzutreiben.



VR Funk - der Podcast der VerkehrsRundschau

Mit aktuellen Hintergrundinformationen, Interviews und Einschätzungen rund um Transport, Logistik, Spedition und Nutzfahrzeuge hält Sie die VR-Redaktion gemeinsam mit Experten der Branche auf dem neuesten Stand. Ob unterwegs, im Büro oder zuhause: Hören Sie rein und bleiben Sie informiert über Themen, die bewegen. Neue Folgen erscheinen immer donnerstags und sind verfügbar bei

Spotify

Deezer

Apple Podcasts

Audible

Sie haben Fragen, Ideen oder wollen gerne Teil unseres Podcasts werden? Dann melden Sie sich gerne bei Tabea Schulz unter tabea.schulz@tecvia.com


HASHTAG


#Allianz pro Schiene

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.