Die Bundesregierung will die Finanzierung der deutschen Autobahnen grundlegend neu aufstellen. Die Autobahn GmbH des Bundes soll ab 2027 Kredite aufnehmen und Anleihen ausgeben können. Ab 2028 sollen zudem Einnahmen aus der Lkw-Maut direkt an die Gesellschaft fließen. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf nun erstmals beraten.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) verspricht sich davon mehr Planungssicherheit für langfristige Infrastrukturprojekte. Aus der Opposition und vom Bundesrechnungshof kommt dagegen deutliche Kritik. Im Mittelpunkt stehen mögliche Mehrkosten, Verschuldungsrisiken und die künftige parlamentarische Kontrolle.
Autobahn GmbH soll Kredite aufnehmen können
Bislang finanziert sich die Autobahn GmbH im Wesentlichen über den Bundeshaushalt. Für 2027 sind rund 10,3 Milliarden Euro für Investitionen sowie Betriebs- und Verwaltungsausgaben vorgesehen. Hinzu kommen Mittel aus dem Sondervermögen für die Modernisierung der Infrastruktur.
Das Verkehrsministerium sieht jedoch zusätzlichen Finanzbedarf. Insbesondere für den Aus- und Neubau von Autobahnen fehlen nach Einschätzung des Bundes Mittel.
Künftig soll die Finanzierung deshalb auf drei Säulen stehen: Haushaltsmittel, Nutzerfinanzierung und privates Kapital. Kredite und Anleihen sollen ausschließlich für Investitionen und damit verbundene Planungsleistungen genutzt werden dürfen.