Allianz pro Schiene: 222 Euro pro Kopf für das Bundesschienennetz

15.07.2026 11:03 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Mehr Geld für Schiene, aber Ausbau bleibt Problem
© Foto: Deutsche Bahn AG/ OLiver Lang

Die Investitionen ins Bundesschienennetz steigen auf 222 Euro pro Kopf. Verbände fordern nun mehr Geld für Aus- und Neubau.

Deutschland hat die Investitionen in das Bundesschienennetz 2025 erneut gesteigert. Nach Berechnungen von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr lagen die Ausgaben des Bundes bei 222 Euro pro Einwohner und damit über dem Vorjahresniveau.

Die Verbände bewerten die Entwicklung grundsätzlich positiv, sehen jedoch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf beim Ausbau der Schieneninfrastruktur.

Mehr Geld für das bestehende Netz

In den vergangenen Jahren wurden vor allem zusätzliche Mittel für die Modernisierung und Sanierung des bestehenden Netzes bereitgestellt. Aus Sicht der Allianz pro Schiene ist dies ein wichtiger Schritt, um die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur zu sichern.

Gleichzeitig werde jedoch deutlich, dass der Ausbau von Kapazitäten bislang nicht im gleichen Maße vorankomme.

Kritik an fehlendem Aus- und Neubau

Nach Einschätzung des Verkehrsbündnisses konzentrieren sich die Investitionen bislang vor allem auf die Erneuerung bestehender Anlagen. Für zusätzliche Streckenkapazitäten und neue Infrastrukturprojekte stünden dagegen weiterhin zu wenige Mittel zur Verfügung.

Dadurch drohten Engpässe im Netz bestehen zu bleiben – sowohl im Personenverkehr als auch im Schienengüterverkehr.

Forderung nach langfristiger Finanzierung

Die Allianz pro Schiene spricht sich daher für eine grundlegende Reform der Finanzierungsstrukturen aus. Investitionen in die Schiene sollten nach Ansicht der Organisation nicht von jährlichen Haushaltsentscheidungen abhängig sein.

Vorgeschlagen wird eine mehrjährige und verlässlich planbare Finanzierung, die Infrastrukturprojekte über längere Zeiträume absichert und Planungssicherheit schafft.

Als Beispiel wird dabei auf Modelle in anderen europäischen Ländern verwiesen.


Netz soll leistungsfähiger und digitaler werden

Auch SCI Verkehr betont die Notwendigkeit, Investitionen konsequent auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten. Neben der Modernisierung bestehender Anlagen gehe es darum,

  • zusätzliche Kapazitäten zu schaffen,
  • die Digitalisierung voranzutreiben,
  • die Zuverlässigkeit des Netzes zu erhöhen,
  • und die Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.

Die Investitionen müssten daher nicht nur den Erhalt des Bestands sichern, sondern auch langfristige Wachstums- und Verlagerungsziele unterstützen.



Bund soll Schienenausbau stärker steuern

Nach Ansicht der Verbände fehlt bislang ein klarer und verbindlicher Fahrplan für den Ausbau der Schiene. Insbesondere Projekte im Rahmen des Deutschlandtakts müssten stärker priorisiert und finanziell unterlegt werden.

Als wichtige Bausteine gelten:

  • ein Infrastrukturplan für die Schiene,
  • die Priorisierung von Ausbauprojekten,
  • sowie ein geplanter Eisenbahninfrastrukturfonds.

Die Bundesregierung müsse diese Instrumente nun zügig umsetzen.


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