Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz

08.07.2026 09:05 Uhr | Lesezeit: 3 min
Fahrerschulung im Fuhrpark
Die überwiegende Mehrheit der Fuhrparkverantwortlichen will bei Kostenfreigaben und fahrerbezogenen Entscheidungen das letzte Wort behalten
© Foto: cut/stock.adobe.com (generiert mit KI)

In vielen deutschen Unternehmen hat der Einsatz von Künstlicher Intelligenz das Versuchsstadium verlassen, das zeigt beispielsweise ein Blick auf das Fuhrparkmanagement.

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Fuhrparkmanagement angekommen, dies zeigt der „Shiftmove Fleet Intelligence Report 2026“, für den 211 Fuhrparkmanager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Demnach setzen 45 Prozent der Befragten KI bereits aktiv ein, weitere 27 Prozent erproben sie in Pilotprojekten. Gleichzeitig wird deutlich, wo die Grenzen liegen. Laut der Umfrage sind es vor allem folgende Hürden, die einem Einsatz von KI im Weg stehen: fehlendes Know-how (23 Prozent), mangelnde interne Priorität (14 Prozent) und fehlendes Vertrauen (12 Prozent). Dazu kommen Datenschutzbedenken mit 13 Prozent. Die Hürden unterscheiden sich laut der Umfrage je nach Flottengröße: Sehr große Flotten (ab 500 Fahrzeuge) nennen vor allem den Integrationsaufwand (25 Prozent), mittlere Flotten (20-100 Fahrzeuge) das fehlende Know-how (27 Prozent), kleine Flotten (unter 20 Fahrzeuge) den unklaren Nutzen (20 Prozent).

Automatisierung des Reportings im Fuhrpark

Beim Reporting im Fuhrpark automatisieren dieses 43 Prozent der Befragten bereits und 69 Prozent wünschen sich weitergehende KI-Unterstützung. Dahinter steckt ein grundlegender Unterschied: Was heute läuft, ist meistens ein Datenexport. Was gewünscht wird, ist eine Stufe weiter: Zahlen interpretieren, Empfehlungen liefern, warnen, bevor Probleme entstehen. Das größte ungenutzte Potenzial liegt in drei Bereichen:

  • Kostenprognosen und Bedarfsplanung: 65 Prozent der Befragten wünschen sich KI-Unterstützung
  • Anomalieerkennung: 61 Prozent sehen hier ungenutztes Potenzial
  • Automatisierte Kommunikation: 51 Prozent wünschen sich mehr Automatisierung bei Routineabstimmungen, z.B. mit Fahrerinnen und Fahrern

Systeme übernehmen Routinearbeiten

„Eine KI einmal auszuprobieren ist einfach. Der Unterschied entsteht, wenn sie verlässlich auf echten Fuhrparkdaten läuft und sauber in bestehende Systeme eingebunden ist. Erst dann wird aus einem Test ein Werkzeug, auf das man sich täglich verlassen kann“, sagt Felix Schmidt, Shiftmove Chief Product & Technology Officer. Fuhrparkverantwortliche brächten „Systeme, die Routinearbeit übernehmen, Daten in Zusammenhang bringen, Muster erkennen und konkrete Empfehlungen geben – damit mehr Zeit bleibt für Entscheidungen, bei denen menschliches Urteilsvermögen entscheidend bleibt“.

Menschen wollen das letzte Wort haben

Denn 84 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen wollen bei Kostenfreigaben und fahrerbezogenen Entscheidungen das letzte Wort behalten. Bei regelbasierten Compliance-Prüfungen sieht das anders aus: Hier besteht nur eine Minderheit (42 Prozent) auf menschlicher Kontrolle. Interessant auch: Nur vier Prozent der Flottenmanager rechnen ernsthaft damit, durch KI ersetzt zu werden, 80 Prozent schließen das aus. Dass sich ihre Rolle deutlich verändern wird, erwarten dagegen rund 90 Prozent.

KI wird auch in kleineren Betrieben genutzt

Auch insgesamt haben Unternehmen in Deutschland beim Einsatz von KI an Tempo zugelegt. Nach einer Studie der IW Consult im Auftrag des eco – Verbands der Internetwirtschaft nutzen bereits 40 Prozent der deutschen Wirtschaft Künstliche Intelligenz. Ein Anstieg um 118 Prozent seit 2024 zeigt nach Einschätzung der Studienautoren, dass der Einsatz der KI in den Firmen längst das Versuchsstadium verlassen hat. Selbst in kleinen Betrieben mit unter 50 Mitarbeitern liegt die Nutzungsquote inzwischen bei knapp 40 Prozent. 60 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen KI allerdings noch gar nicht. Als Hauptgründe nennen sie:

  • eine fehlende Relevanz für das eigene Geschäftsmodell (61 Prozent)
  • fehlende Kapazitäten (34 Prozent)
  • datenschutzrechtliche Bedenken (29 Prozent)

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