Flottenmanager werden zu strategischen Entscheidern

16.06.2026 09:50 Uhr | Lesezeit: 5 min
Disponent am Arbeitsplatz vor zwei Bildschirmen
Datenbasiert Entscheidungen treffen - Webfleet bietet entsprechende Tools
© Foto: Webfleet

Mehr Daten, mehr Verantwortung: Die Anforderungen im Flottenmanagement steigen rasant. Webfleet zeigt Lösungen für Effizienz und Sicherheit.

Den Fuhrpark steuern, Kosten im Blick haben, reagieren, wenn etwas schiefläuft: So dürfte lange Jahre - grob verkürzt - das Anforderungsprofil für Flottenmanager gelautet haben. Die Anforderungen und die Komplexität für das Flottenmanagement sind heute aber ungleich größer. Immer mehr zu verwaltende Fahrzeuge, eine Vielzahl von anfallenden Daten, steigende Regulatorik insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und schließlich ein harter Wettbewerb: Der Druck auf Flottenmanager wächst stetig – und ihre Rolle innerhalb von Unternehmen wandelt sich immer mehr in Richtung strategischer Entscheider. So lautete der zentrale Tenor und inhaltliche Fokus der diesjährigen Webfleet Pressetage Anfang Juni in Barcelona.

Daten als Schlüssel für Produktivität und Wettbewerb

Datenbasiert Entscheidungen treffen, Uptime sicherstellen, Vorfälle verhindern, bevor sie passieren, Nachhaltigkeit mit Effizienz verbinden – das stehe künftig auf der Agenda von modernen Flottenmanagern, wie Jan-Maarten de Vries, President Fleet Management Solutions bei Bridgestone und CEO Webfleet, in seiner Keynote ausführte. „Sie erhöhen mit ihren Entscheidungen die Produktivität und damit die Profite – sie bilden das Herzstück des Geschäfts“, so de Vries. Die im Fuhrpark anfallenden Daten effektiv zu nutzen, sichere Transportunternehmen schließlich ihre Position im Wettbewerb.

An Daten mangelt es bekanntlich nicht: Fahrzeugtelematik, Sensoren und immer öfter auch Kamerasysteme liefern kontinuierlich Daten zum Zustand der Fahrzeuge, zum Kraftstoffverbrauch, Fahrverhalten oder zu möglichen Zwischenfällen. Die Herausforderung sei die schiere Menge an Daten und die Frage, wie man sie gewinnbringend nutzt, so de Vries.

KI als Treiber für Effizienz und Innovation

Hier kommt Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Darauf ging Marc Notenbloom, Director Product Management und bei Webfleet für den Bereich Data, Reporting and AI zuständig, in seinem Vortrag ein. Er betrachtet KI eindeutig als Innovations- und Wachstumsbeschleuniger, weniger als Instrument, Personal abzubauen. Am Beispiel des 5-Stufen-Modells von Open AI zur KI-Entwicklung führte Notenbloom aus, dass es zur KI, die eigenständig Innovationen kreieren kann (Stufe 4) und dem KI-Agenten, der als Dirigent andere Agenten innerhalb Organisationen steuert (Stufe 5) noch ein weiter Weg sei. Nachdem Gen AI/Sprachmodelle (Stufe 1) inzwischen vielerorts eingesetzt werden, befinde man sich momentan an der Schwelle zu Stufe 2, also KI-Agenten, die einfache Aufgaben wie ein Mensch ausführen können.


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Jan-Maarten de Vries, CEO Webfleet Bildergalerie

Datenbasierte Tools und Analysen

Auch Webfleet hat bereits verschiedene, KI-basierte Tools in seine Systeme eingeführt. Im Herbst 2025 wurde etwa der so genannte Webfleet Fleet Advisor in das Fahrstilanalyse-Tool OptiDrive 360 integriert. Der auf Open-AI basierende Fleet Advisor kombiniert generative KI mit Echtzeit-Flottendaten, um Fragen zu zentralen Kennzahlen zu beantworten. Beispiel: „Zeige mir den Kraftstoffverbrauch aller Fahrzeuge über die letzten sechs Monate“. Die Antworten werden in Sekundenschnelle unter anderem in Form von Tabellen und Diagrammen ausgegeben.

Videotelematik soll Sicherheit und Fahrercoaching verbessern

KI wird zudem in den Dashcam-Lösungen von Webfleet genutzt. KI-basierte Videotelematik helfe nicht nur dabei, nach Unfällen Versicherungsfälle einfacher abzuwickeln, sondern sorge vor allem dafür, dass diese erst gar nicht passieren, betonte Michiel Ooms, Vice President Value Proposition Management bei Webfleet. 90 Prozent der Unfälle seien auf das Fahrverhalten zurückzuführen. Ob zu dichtes Auffahren oder der Blick aufs Smartphone - riskantes Fahrverhalten wird von Kameras detektiert und fürs Echtzeit-Coaching genutzt.

„Diese Tools sind dazu da, dem Fahrer zu helfen, nicht um ihn permanent zu überwachen“, so Ooms. Webfleets Videotelematik-Lösung sei von Grund auf DSGVO-konform, Einstellmöglichkeiten für Innen- und Außen-Kameras sowie für die Zugriffsrechte auf die Daten umfangreich. Einen wichtigen Aspekt machte Wolfgang Schmid, Head of Central Region Webfleet, klar: Die Daten würden ausschließlich eventbasiert gespeichert. Die Bewertung, welches Ereignis relevant ist und gespeichert wird, funktioniere nur dank automatisierter Interpretation. „Ohne intelligente Systeme wäre diese Form der Datennutzung kaum realisierbar. KI schafft hier die Voraussetzung für rechtskonforme Lösungen“, so Schmid.

Akzeptanz von Kamerasystemen nimmt zu

Auf die Frage, wie es insbesondere in Deutschland um die Fahrerakzeptanz für solcherlei Lösungen stehe, räumt Ooms ein: „Im Gegensatz zu den USA oder Großbritannien ist Deutschland tatsächlich einer der zurückhaltenderen Märkte.“ Webfleet habe aber in den letzten ein, zwei Jahren in Europa einen deutlichen Anstieg bei der Akzeptanz von Videotelematik beobachtet. „Deutschland ist hier vielleicht nicht der Vorreiter. Aber auch hier steigt die Akzeptanz, weil man den großen Mehrwert sieht, den diese Technologie bietet.“

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