IWF erwartet noch schwächeres Wachstum in Deutschland

08.07.2026 15:52 Uhr | Lesezeit: 3 min
Eine Schiffswerft der Landungsbrücken bei Sonnenuntergang im Hamburger Hafen.
Während die Aussichten für Deutschland gedämpft bleiben, zeichnet sich bei der Weltwirtschaft ein optimistischeres Bild ab
© Foto: mf-guddyx

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft erneut gesenkt, global sieht es besser aus.

Bis einschließlich 2027 dürfte sich die Bundesrepublik schwächer entwickeln als gedacht, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) mit. Für das laufende Jahr rechnen die Experten nun mit einem Plus von 0,7 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor. Auch das Wachstum 2027 fällt laut Prognose mit einem Prozent 0,2 Punkte niedriger aus als noch im April erwartet.

Globales Wachstum fällt höher aus

Während die Aussichten für Deutschland gedämpft bleiben, zeichnet sich bei der Weltwirtschaft ein optimistischeres Bild ab – auch wenn hier ebenfalls Abstriche gemacht werden müssen. So dürfte das Wachstum in diesem Jahr nach IWF-Schätzungen nun mit 3,0 Prozent um 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen als noch im April avisiert. Für 2027 rechnen die Ökonomen dann aber mit einem stärkeren Plus: Mit 3,4 Prozent liegt die Prognose nun 0,2 Prozentpunkte höher als bislang. Auch die Eurozone dürfte sich etwas schwächer entwickeln als bislang gedacht. In diesem Jahr rechnet der IWF mit einem Plus von 0,9 Prozent, was 0,2 Prozentpunkte weniger sind als zuvor erwartet. 2027 dürften die Länder mit der europäischen Gemeinschaftswährung dann weiter um 1,2 Prozent wachsen.

Situation in der Straße von Hormus

Bei seinen Prognosen geht der IWF davon aus, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus Mitte Juli beginnt und Schiffe schrittweise wieder durchfahren können. Die Lage dürfte sich nach dieser Annahme bis März 2027 weitgehend auf den Vorkriegszustand einpendelt haben. Zudem würden schwere Engpässe dadurch vermieden, dass Staaten ihre Lagerbestände anzapfen. In einigen Schwellen- und Entwicklungsländern werde das allerdings aufgrund fehlender Vorräte nicht möglich sein, betonte der IWF.

USA setzt Sanktionen wieder in Kraft

Angesichts der jüngsten Eskalation scheinen diese Szenarien unwahrscheinlicher geworden: Das US-Militär hatte in Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus in der vergangenen Nacht Dutzende Ziele im Iran bombardiert. Zudem setzen die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Irans Militär kündigte Medienberichten zufolge eine Reaktion auf die US-Angriffe an. Kurz darauf meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss. Auch in Bahrain heulten am frühen Morgen die Sirenen.


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