BPEX: KEP-Markt wächst – Kosten steigen stärker

23.06.2026 11:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
KI in der KEP-Branche, Pakete sind auf einer Landkarte miteinander vernetzt
Symbolbild: KEP-Studie zeigt mehr Sendungen, aber hohe Kosten
© Foto: Slowlifetrader/ AdobeStock

Der KEP-Markt wächst weiter, doch steigende Kosten belasten die Unternehmen. Besonders der neue Kostenindex zeigt den Druck in der Branche.

KEP-Markt wächst weiter – aber der Kostendruck steigt

Der deutsche Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP) hat 2025 erneut leicht zugelegt. Nach der aktuellen Branchenstudie des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik (BPEX) stieg das Sendungsvolumen um 1,8 Prozent auf insgesamt 4,37 Milliarden Sendungen. Damit setzte sich der Wachstumstrend fort, allerdings langsamer als im Vorjahr.

Auch beim Umsatz verzeichnete die Branche ein Plus: Die Erlöse stiegen um 2,6 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig entstanden rund 3.700 zusätzliche Arbeitsplätze, sodass die Branche nun etwa 270.000 Menschen beschäftigt.

Konsumflaute bremst das Geschäft mit Endkunden

Das Marktumfeld blieb 2025 schwierig. Vor allem die schwache Binnenkonjunktur und die verhaltene Entwicklung im Außenhandel wirkten sich bremsend auf die Paket- und Expresslogistik aus.

Besonders unterschiedlich entwickelten sich die einzelnen Marktsegmente:

  • B2B-Sendungen gingen leicht zurück
  • das B2C-Geschäft legte nur noch geringfügig zu
  • deutlich dynamischer wuchs dagegen der Bereich C2C, also Sendungen zwischen Privatpersonen

Damit setzt sich der Trend fort, dass der Privatkundenmarkt innerhalb der Branche an Bedeutung gewinnt.


Neuer Kostenindex zeigt Druck auf die Unternehmen

Erstmals enthält die KEP-Studie auch einen eigenen Kostenindex, der die wirtschaftliche Belastung der Unternehmen genauer abbildet. Demnach liegen die nominellen Umsatzsteigerungen deutlich unter dem Anstieg zentraler Kostenfaktoren.

Besonders stark wirken sich aus:

  • Energie- und Kraftstoffpreise
  • steigende Mautkosten
  • sowie höhere Personalkosten

Diese Belastungen können von den Unternehmen nur teilweise an ihre Kunden weitergegeben werden.



Branche fordert bessere Rahmenbedingungen

Vor diesem Hintergrund fordert der BPEX von der Politik stärkere Wachstumsimpulse. Nach Einschätzung des Verbands braucht die Branche vor allem:

  • geringere Kostenbelastungen
  • weniger Bürokratie und Regulierung
  • sowie mehr Planungssicherheit

Zudem seien bessere Voraussetzungen für Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung und nachhaltige Infrastruktur notwendig.


KEP-Markt bleibt wichtiger Arbeitgeber

Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung hebt die Studie auch die gesellschaftliche Rolle der Branche hervor. Der KEP-Markt gilt als wichtiger Arbeitgeber und Integrationsfaktor, da er Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen Beschäftigung bietet.

Zudem trug die Branche 2025 nach BPEX-Angaben mit 4,2 Milliarden Euro zum Steueraufkommen bei.



Ausblick bis 2030 bleibt vorsichtig positiv

Trotz des schwierigen Umfelds bleibt der mittelfristige Ausblick leicht positiv. Bis zum Jahr 2030 rechnet der Verband mit einem durchschnittlichen Wachstum des Sendungsvolumens von 3,1 Prozent pro Jahr. Das Gesamtvolumen könnte dann auf bis zu 5,08 Milliarden Sendungen steigen.

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