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Mitarbeiter für Transport- und Logistikunternehmen gewinnen

Während der Versandhandel boomt, gibt es immer weniger Berufskraftfahrer - keine neue Entwicklung in Deutschland
© Foto: Nicoolas Armer/dpa/picture-alliance

Gerade die Berufsgruppe der Auslieferungsfahrer, ohne die ein großer Teil der globalen Infrastruktur schlichtweg zusammenbrechen würde, erfahre laut einem Experten generell zu wenig Wertschätzung.


Datum:
17.05.2022
Autor:
Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
3 min
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Während der Versandhandel boomt wie nie zuvor, schrumpft gleichzeitig die Zahl zuverlässiger Fahrer in erschreckendem Ausmaß. Die Folge sind Lieferengpässe, unzufriedene Kunden und die Stagnation des Unternehmens. Gerade die Berufsgruppe der Auslieferungsfahrer, ohne die ein großer Teil der globalen Infrastruktur schlichtweg zusammenbrechen würde, erfährt generell zu wenig Wertschätzung. Zu dem oft geringen Gehalt kommen schwierige Arbeitsbedingungen hinzu. "Kraftfahrer haben keinen leichten Job", weiß Lucas Fischer von MediaRecruiting. Gerade deshalb kommt es umso mehr darauf an, bei Stellenanzeigen die Vorzüge und die Benefits, die ein Unternehmen zu bieten hat, in den Vordergrund zu stellen. "Gutes Personal verlangt gute Arbeitsbedingungen. Mit den gängigen Anzeigen in Stellenportalen und in den sozialen Medien ist das nicht getan."

Unternehmen müssen sich mehr Mühe geben

Im Netz kursieren unzählige Stellenangebote für Kraftfahrer. Sie unterscheiden sich durch nichts und bieten oft keinen Mehrwert für potenziell interessierte Fahrer. Wer als Arbeitgeber aus dieser Masse herausstechen will und für sein Unternehmen Mitarbeiter gewinnen möchte, die über lange Zeit bleiben, muss mit guten Argumenten überzeugen. Welche das sind und auf welchen digitalen Kanälen sie ihre Zielgruppe erreichen, weiß Fischer. Mit seiner Erfahrung konnte er in den letzten Jahren mehr als 500 offene Stellen in der Logistikbranche besetzen.

Mit innovativem Marketing zuverlässige Kraftfahrer für die Logistikbranche gewinnen

Wer lange Abwesenheiten von der Familie, flexible Arbeitszeiten, Termindruck und Touren bis ins Ausland akzeptieren soll, der muss dafür im Gegenzug auch eine faire Entlohnung und - im Rahmen der Möglichkeiten - angenehme Arbeitsbedingungen erhalten. Viele Arbeitgeber der Branche sind dazu gerne bereit. Sie haben in ihren Fahrzeugen rückenfreundliche Sitze, modern ausgestattete Fahrerkabinen mit Schlafmöglichkeiten, halten selbstverständlich die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzeiten ein und stellen ihren Fahrern auch ansonsten viele Extras zur Verfügung. "Sie kommunizieren das aber nicht deutlich genug", sagt Fischer. 

Kampagnen müssen aus der Masse hervorstechen

Im Internet kommt es darauf an, die klassischen Methoden der Mitarbeitergewinnung an digitale Medien anzupassen. Das heißt, dass auch Bildern und Videos hier eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Der Experte weiß, dass die moderne Technik eine Menge zu bieten hat. Damit kann man auch Fernfahrer-Jobs schmackhaft machen - man muss aber genau wissen, wie man dabei vorgehen muss, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. "Wir wissen, auf welche Feinheiten es ankommt und konzipieren unsere Kampagnen dementsprechend."

Immer wieder stellt Fischer fest, dass in der Branche zu wenig Wert auf digitales Marketing gelegt wird. Das sei einer der Gründe, warum Unternehmen öffentlich kaum in Erscheinung treten, erklärt er. "Die sozialen Medien eignen sich hervorragend für die Außendarstellung und gerade Fuhrunternehmen haben immer viel zu erzählen, was sich für ein interessantes Storytelling im Internet eignet. Zugegeben - das ist nicht jedem in die Wiege gelegt, aber genau dafür sind wir ja da."

Fahrer finden, Nachwuchs ansprechen

Fischer geht es nicht nur darum, gestandene Fachkräfte anzusprechen, sondern auch interessierten Nachwuchs für den Beruf zu gewinnen. Er weiß, das Problem des Fachkräftemangels bei Kraftfahrern wird sich in der nächsten Zeit nicht lösen, sondern eher weiter verschärfen. In Deutschland fehlen laut Aussage des Bundesamts für Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung mehr als 80.000 Fahrer. 

"Das Kuriose dabei: Die Fahrer gibt es ja! Ausgebildete Fachkräfte finden sich aber selten auf dem freien Arbeitsmarkt. Sie aufzuspüren, gelingt folglich nicht mit klassischen Stellenanzeigen, sondern nur dann, wenn man weiß, wo sie sich im Internet aufhalten und wo ihre Interessen liegen" erklärt er abschließend. (ste)

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