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Berufskraftfahrer – Überblick über den Beruf

24.04.2024 18:00 Uhr | Lesezeit: 6 min
Glücklicher LKW-Fahrer, der durch das Seitenfenster seines Fahrzeugs schaut
Als Berufskraftfahrer ist man immer unterwegs
© Foto: Drazen Zigic/GettyImages

Berufskraftfahrer sind für den Transport von Gütern und Personen in unserer Gesellschaft essentiell. Doch was genau sind die Aufgaben eines Berufskraftfahrers? Wie sieht der Arbeitsalltag aus, welchen Führerschein benötigt man und was verdient man in diesem Beruf?

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Als Berufskraftfahrer ist man immer unterwegs. Dabei ist es egal, ob man im Personen- oder im Güterverkehr arbeitet. Der Arbeitsplatz findet sich meist hinter dem Lenkrad und mit der Straße stets im Blick. Trotzdem gibt es noch andere Aufgaben, um die man sich kümmern muss.  

Was macht eigentlich ein Berufskraftfahrer?

Als Berufskraftfahrer befördert man zum Beispiel mit einem Lkw Güter an die unterschiedlichsten Orte in Deutschland oder Europa. Auch Spezialfahrzeuge wie Kehrmaschinen, Müllwagen oder Krane werden meist von professionellen Fahrern gesteuert.

Ebenso steht der Berufsweg im Personentransport offen. Dies bringt andere Herausforderungen und Voraussetzungen mit sich. Nachdem sich die VerkehrsRundschau aber vorwiegend mit dem gewerblichen Güterkraftverkehr befasst, beziehen sich die folgenden Informationen über Berufskraftfahrer in dieser Branche.


Der Berufskraftfahrer im Güterverkehr

Als Lkw-Fahrer muss man nicht nur die stummen Güter von A nach B befördern – und dabei den Sattelzug, Betonmischer oder kleinere Verteiler-LKW sicher steuern – sondern auch regelmäßig den technischen Zustand des Fahrzeugs kontrollieren und kleinere Reparaturen selbst vornehmen. 

Auch das Be- und Entladen des Lkws gehört unter Umständen zu den Aufgaben eines Berufskraftfahrers, ebenso wie das Sichern von der Ladung für den Transport. Ein bisschen Organisationstalent ist gefragt, wenn man Stopps planen oder wegen Staus an der Grenze umdenken muss – allerdings übernehmen dies meist Disponenten und Telematiksysteme oder unterstützen es zumindest. 



Was beinhaltet die Ausbildung zum Berufkraftfahrer?

Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist eine duale Ausbildung. Das heißt, dass man neben der praktischen Arbeit in einem Unternehmen eine Berufsschule besucht. Um die Ausbildung zu beginnen, ist kein Schulabschluss vorausgesetzt, jedoch empfiehlt sich mindestens ein Hauptschulabschluss, da Unternehmen dies gern sehen. Weil es wie in vielen Ausbildungsberufen im Güterverkehr an Fachkräften mangelt, sind die Übernahmechancen nach der Ausbildung sehr gut.

Wer Berufskraftfahrer werden will, muss in der Regel einen Führerschein der Klasse B mitbringen oder diesen gerade absolvieren sowie mindestens 16 beziehungsweise 18 Jahre alt sein. Oft werden während der Ausbildung weitere Fahrerlaubnisse erworben. Welche dies sind, hängt von dem Ausbildungsunternehmen ab. Eine Übersicht:

  • C1: Lkw bis 7,5 Tonnen
  • C1E: Anhänger schwerer als 750 Kilogramm, Gesamtgewicht des Gespanns nicht mehr als 7,5 Tonnen
  • C: Lkw schwerer als 7,5 Tonnen
  • CE: Anhänger für Lkw, Gesamtgewicht größer als 7,5 Tonnen

Ob die Kosten selbst getragen werden müssen, oder vom Unternehmen unterstützt werden, hängt ebenfalls von dem Unternehmen und den Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber ab. Nachdem Lkw-Fahrer gesucht sind, werden die Kosten für die Fahrerlaubnis und die Grundqualifikation aber häufig übernommen, wenn man sich im Anschluss für eine gewisse Zeit dem Unternehmen verpflichtet. 

Neben dem Fahren der verschiedenen Fahrzeugtypen wird in der Ausbildung technisches Verständnis von elektrischen Systemen, Motoren und Fahrwerken sowie das Erlernen von Dokumentation, Abrechnung und wirtschaftlichem Fahren vermittelt. Auch das Sichern von Gefahrenzonen und Unfallstellen und sicheres Be- und Entladen sind Teil der Berufskraftfahrer-Ausbildung.

Lkw fährt auf Brücke über einen Fluss in Richtung eines herbstlichen Waldes
Man findet Jobs im Nah- wie im Fernverkehr
© Foto: Marcus Lindstrom/GettyImages

Wie alt muss man sein, um Berufskraftfahrer werden zu können?

Die reine Ausbildung zum Berufskraftfahrer kann unter Umständen schon mit 16 Jahren begonnen werden. Allerdings muss hier zwischen dem Ausbildungsberuf und dem Erwerb der Fahrerlaubnisklassen unterschieden werden. 

Obwohl eine Fahrerlaubnis der Klasse C und CE eigentlich ein Mindestalter von 21 Jahren erfordert, ist dies auch schon mit 18 Jahren möglich. Voraussetzungen dafür sind die aktive oder erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb, oder die erworbene (beschleunigte) Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQG).

Übrigens wird die Fahrerlaubnis für schwere Lkw immer nur für fünf Jahre erteilt. Im Anschluss muss man sich einer medizinischen Untersuchung stellen, um den Führerschein zu verlängern. 

Wie lange dauert die Ausbildung zum Berufskraftfahrer?

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Wer als Quereinsteiger die beschleunigte Grundqualifikation absolviert, kann inklusive der nötigen Fahrerlaubnis binnen weniger Monate in den Beruf starten.


Was verdient man in der Ausbildung als Berufskraftfahrer?

In den drei Jahren Ausbildung staffelt sich die Vergütung pro Monat 2024 basierend auf Tarifinformationen des Bundes und der Länder von Berufenet beispielsweise so:

1. Jahr

1043 Euro im öffentlichen Dienst

649 - 1160 Euro im Verkehrsgewerbe

2. Jahr

1093 Euro im öffentlichen Dienst

766 - 1227 Euro im Verkehrsgewerbe

3. Jahr

1139 Euro im öffentlichen Dienst

876 - 1289 Euro im Verkehrsgewerbe



Lkw-Fahrer hinterm Steuer, die Straße vor der Windschutzscheibe
Kein Großraum-Office – das Büro ist hinter dem Lenkrad
© Foto: Claudiad/GettyImages

Kann man Berufskraftfahrer ohne Ausbildung werden?

Hat man keine klassische Berufsausbildung zum Berufskraftfahrers absolviert, kann man den Berufserlaubnis über zwei andere Qualifikationswege erlangen, um im Güterkraft- oder Personenverkehr auf öffentlichen Straßen arbeiten zu dürfen. Diese umfassen die Umschulung zum Berufskraftfahrer – in deren Verlauf man die nötige Fahrerlaubnis erwirbt – oder die beschleunigte Grundqualifikation, während oder nach dieser die Fahrerlaubnis erworben werden kann.

Beide Qualifizierungswege dauern nicht so lange wie die klassische Berufsausbildung. Die entsprechende Fahrerlaubnis wird in der Regel im Verlauf der Umschulung erworben. Die Teilnahme an der beschleunigten Grundqualifikation setzt den Besitz der Fahrerlaubnis nicht voraus, diese kann parallel oder danach erworben werden.

Was ist die Grundqualifikation für Berufskraftfahrer?

Wer beruflich Güter von A nach B transportieren will, aber keine Ausbildung zum Berufskraftfahrer gemacht hat, kommt um die sogenannte Grundqualifikation nicht herum. Sie vermittelt wichtige Inhalte, die ergänzend zur Fahrerlaubnis wichtig sind. Dazu gehören zum Beispiel die Ladungssicherung, umweltschonende Fahrweise oder zu gesetzlichen Vorschriften. Die beschleunigte Grundqualifikation erwirbt man durch die Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte (zum Beispiel einer Fahrschule) und das Bestehen einer theoretischen Prüfung bei einer Industrie- und Handelskammer. Die Grundqualifikationen und die beschleunigte Grundqualifikation beziehen sich jeweils auf die bestimmten Fahrerlaubnisklassen. 

Es gibt zwei verschiedene Arten der Grundqualifikation – die normale und die beschleunigte. Sie unterscheiden sich in der Länge der Ausbildung sowie der Prüfungen:  

  • Vor der Prüfung der Grundqualifikation ist keine Schulung gesetzlich vorgeschrieben, zu den praktischen Prüfungen, die insgesamt 210 Minuten dauern, kommt die Theorieprüfung, die 240 Minuten dauert.
  • Für die beschleunigte Grundqualifikation ist vor der Prüfungsteilnahme der Besuch einer entsprechenden Schulung verpflichtend, die für Umsteiger 35 Stunden, für Quereinsteiger 96 Stunden, im Regelfall 140 Stunden dauert. Die theoretischen Prüfungen selbst sind allerdings deutlich kürzer und dauern nur 45 bis 90 Minuten.

Wer eine der beiden Varianten erfolgreich ablegt, erhält in der Fahrerlaubnis die Schlüsselzahl 95 eingetragen, die zum gewerblichen Transport von Gütern ermächtigt. Nach dem BKrFQG muss vom Fahrpersonal im gewerblichen Güterkraft- und Personenverkehr alle fünf Jahre eine BKF-Weiterbildung absolviert werden, um die Schlüsselzahl weiterführen zu dürfen. Diese Weiterbildung hat einen Umfang von 35 Stunden. Eine Übersicht finden Sie hier.

Mann putzt Reifen eines Lkws
Der Fahrer muss den technischen Zustand des Fahrzeugs regelmäßig kontrollieren und kleinere Reparaturen selbst vornehmen
© Foto: standret/stock.adobe

Was kostet die beschleunigte Grundqualifikation für Berufskraftfahrer?

Je nach Anbieter und Region können die Kosten für die beschleunigte Grundqualifikation variieren. 2024 liegen die Preise in der Regel zwischen 2500 und 3000 Euro. Zusätzlich fallen die Gebühren der Theorieprüfung an, die bei der IHK durchschnittlich zwischen 100 und 180 Euro liegen.

Was verdient ein Berufskraftfahrer?

Als Berufskraftfahrer in Deutschland bekommt man etwa einen Stundenlohn von 12 bis 14 Euro, so die Website Glassdoor. Laut dem Portal kununu verdienten die meisten Berufskraftfahrer in Deutschland zwischen 29.760 und 33.720 Euro im Jahr, wobei der Durchschnitt bei 33.100 Euro liege. Einstiegsgehälter für Berufskraftfahrer mit weniger als 3 Jahren Berufserfahrung liegen zwischen 29.760 und 33.720 Euro, Top Verdiener mit meist über 10 Jahren Berufserfahrung verdienen laut der Erhebung zwischen 41.640 und 45.600 Euro.

Der Gehaltsreport 2023 von Jobmatch.me befragte 30.000 Lkw-Fahrer in Deutschland welches Gehalt sie fordern. Im vierten Quartal 2023 lag der durchschnittliche Gehaltswunsch bei 3.241 Euro brutto im Monat. In den vergangenen Monaten waren die Gehaltsforderungen der Berufskraftfahrer in Deutschland stark angestiegen. Laut der Erhebung waren diese binnen eines Jahres um 5,5 Prozent gestiegen (Vergleich: Q1-2022 | Q1-2023)

(Alle Zahlen sind auf dem Stand Januar 2024)



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