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Für Helden der Arbeit: Das überarbeitete AFBG fördert unabhängig vom Alter in Vollzeit und Teilzeit die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse in allen Branchen

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Weiterbildung: Das neue Aufstiegs-BAföG ist in Kraft

Seit August gibt es zahlreiche Verbesserungen bei der Aufstiegsförderung von Fach- und Führungskräften, teilt das Bundesbildungsministerin mit – positive Resonanz kommt aus Niedersachsen.

Berlin. Mehr Geld, flexiblere Rückzahlungsbedingungen und Verbesserungen für Familien: Am 1. August ist das überarbeitete Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz AFBG oder „Aufstiegs-BAföG", des Bundes in Kraft getreten. „Es haben sich sowohl die Förderleistungen verbessert als auch die Fördermöglichkeiten erweitert - das ist ein ganz wichtiger Meilenstein zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und zur Fachkräftesicherung", urteilt Dr. Bernd Althusmann. "Berufliche Aufstiege dürfen nicht an finanziellen Hürden scheitern! Dazu sind unsere Fachkräfte sowohl in Industrie als auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zu wichtig", betont der niedersächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister. "Mit dem Inkrafttreten der Novelle senden wir zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres auch ein wichtiges Signal an die neuen Auszubildenden, die wir nach ihrem Abschluss bei ihrem beruflichen Aufstieg mit dem AFBG unterstützen wollen: Die berufliche Bildung ist ein zukunftsweisender Karriereweg", ergänzt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Umfangreichste Leistungserhöhungen seit Bestehen des AFBG

Insgesamt investiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in dieser Legislaturperiode zusätzlich 350 Millionen Euro in die Attraktivität des Aufstiegs-BAföG – so viel Geld wie nie zuvor seit Inkrafttreten des AFBG im Jahr 1996. Es gibt höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge sowie höhere Darlehenserlasse. Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft. Sie umfasst einen Teil, um die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren zu finanzieren – unabhängig vom Einkommen. Bei Vollzeitmaßnahmen kann sie darüber hinaus auch einen Beitrag zum Lebensunterhalt enthalten, der abhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt wird. Die Förderung wird teilweise als nicht rückzahlbarer Zuschuss und teilweise als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Die Kosten tragen Bund und Länder gemeinsam. Die Länder beteiligen sich mit 22 Prozent an den Gesamtkosten. In Niedersachsen etwa stehen für Maßnahmen nach dem AFBG in diesem Jahr rund 43 Millionen Euro und ab 2021 rund 62 Millionen Euro zur Verfügung. 

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Unabhängig vom Alter in Voll- oder Teilzeit

Das überarbeitete AFBG fördert unabhängig vom Alter in Vollzeit und Teilzeit die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse in allen Branchen, sofern sie mit einer öffentlich-rechtlichen Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder entsprechenden landes- oder bundesrechtlichen Regelungen absolviert werden. Profitieren sollen unter anderem angehende Meister, Techniker, Fachkaufleute, Fach- oder Betriebswirte. Gefördert werden berufliche Aufstiegsfortbildungen auf drei Stufen:

  • erste Fortbildungsstufe: geprüfter Berufsspezialist (Deutscher Qualifikationsrahmen - DQR 5)
  • zweite Fortbildungsstufe: Bachelor Professional (DQR 6),
  • dritte Fortbildungsstufe: Master Professional (DQR 7).

Unterhaltsförderung muss nicht zurückgezahlt werden

Das sind laut dem BMBF die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

  • Gefördert werden berufliche Aufsteiger über alle drei Fortbildungsstufen, das heißt der/die Geprüfte Berufsspezialist/in ebenso wie der Bachelor Professional und der Master Professional.
  • Die Unterhaltsförderung in Höhe von 892 Euro wird erstmals als Vollzuschuss gewährt, das heißt diese muss nicht - wie bisher - zurückgezahlt werden.
  • Verheiratete mit zwei Kindern erhalten abhängig vom Einkommen eine Unterhaltsförderung von bis zu 1597 Euro pro Monat, Alleinerziehende mit einem Kind bis zu 1127 Euro pro Monat. Der monatliche Zuschuss für die Kinderbetreuung erhöht sich für Alleinerziehende von 130 Euro auf 150 Euro pro Kind.
  • Lehrgangsgebühren werden unabhängig von Einkommen und Vermögen bis zu einer Höhe von 15.000 Euro zur Hälfte als Zuschuss übernommen. Für den Rest der Kosten gibt es zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bei erfolgreicher Abschlussprüfung muss das KfW-Darlehen jetzt nur noch zur Hälfte zurückgezahlt werden.
  • Wer sich am Ende einer Aufstiegsfortbildung selbstständig macht, muss das KfW-Darlehen gar nicht mehr zurückzahlen und kann so schuldenfrei die eigene Existenzgründung starten.
  • Erweitert wurden zudem die Stundungs- und Darlehenserlassmöglichkeiten für Geringverdienende.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ARBEITSRECHT & PERSONALWESEN FÜR SPEDITEURE UND LOGISTIKER.

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Arbeitsrecht & Personalwesen für Spediteure und Logistiker


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