Trotz der Hilfszusagen der italienischen Regierung bleibt die Stimmung im Transportwesen angespannt. Zwar hat der Ministerrat am 22. Oktober ein Maßnahmenpaket zur Entlastung der Branche beschlossen, doch steigende Betriebskosten stellen insbesondere kleinere Transportunternehmen vor große Herausforderungen. Die Proteste der Lkw-Fahrer in Süditalien sind indes – erst einmal – ausgesetzt.
Entlastung durch Steuervergünstigungen auf Dieselkraftstoff
45,2 Millionen Euro wurden als zusätzliche Steuermittel rückwirkend für die Zeit zwischen März und August 2026 bereitgestellt, weitere 60 Millionen für den Zeitraum vom 1. September bis zum 5. Oktober 2026. Das Ziel: Die Entlastung der Branche durch Steuervergünstigungen auf Dieselkraftstoff. Dessen Kosten liegen momentan in Italien bei durchschnittlich 2,26 Euro pro Liter. Mehrere Tankstellenbetreiber, darunter Eni, kündigten bereits an, es bis zum Jahresende bei dieser Preisobergrenze zu belassen. Die Zusage dazu erfolgt freiwillig. Q8 hingegen will flexibel auf die Marktlage reagieren.
Für viele Transportunternehmen sind die Kosten dennoch aktuell kaum tragbar – trotz zusätzlicher Zusagen zur Entlastung des Gewerbes. So soll es etwa möglich sein, bestimmte anfallende Leasingraten, die zwischen November 2026 und März 2027 fällig werden, bis zum 31. März 2027 auszusetzen.
Runder Tisch mit Branchenvertretern
Das von der angekündigte Maßnahmenpaket der italienischen Regierung wird dabei von Branchenvertretern als Beginn eines dauerhaften Dialogs verstanden. Vertreter aus Logistik und Transport kamen deshalb auch am Dienstag, 27. Oktober 2026, in Rom zu einem Runden Tisch mit Vize-Verkehrsminister Edoardo Rixi zusammen. Die Themen unter anderem: die Sicherstellung einer angemessenen Bezahlung für Transportleistungen, staatliche Hilfen und weitere Fördermaßnahmen, die Verbesserung von Vertragsbedingungen, die Reduzierung der Betriebskosten und die Digitalisierung der Transportkette.
Strukturierter Dialog zwischen Branchen und Regierung
Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini und sein Vize Rixi kündigten bereits an, konkrete Lösungen für einen strategisch wichtigen Wirtschaftszweig des Landes finden zu wollen. Weitere Zugeständnisse oder zusätzliche konkrete Maßnahmen der italienischen Regierung wurden bislang nicht angekündigt, wohl aber soll nun dauerhaft ein strukturierter Dialog zwischen Branchenvertretern und Regierung stattfinden.