Italien: Kraftstoffpreise steigen trotz Preisdeckel

07.10.2026 11:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
ENI petrol station with fixed prices for self-service, Rome
An italienischen Tankstellen steigen die Preise für Diesel und Benzin wieder an (Symbolbild)
©Foto: Cristiano Minichiello/AGF/SIPA/picture alliance

Trotz freiwilliger Preisobergrenzen von Eni, Q8 und Tamoil müssen Verbraucher in Italien wieder höhere Preise für Diesel und Benzin zahlen. Ursache ist das Auslaufen eines staatlichen Tankrabatts. Die steigenden Kraftstoffkosten sorgen inzwischen auch bei Landwirten und Fischern für Proteste.

Trotz freiwilliger Preisobergrenzen mehrerer Mineralölkonzerne steigen die Kraftstoffpreise in Italien wieder an, wie die dpa mitteilt. Hintergrund ist das Auslaufen eines staatlichen Tankrabatts, wodurch Diesel und Benzin an den Zapfsäulen teurer werden.

Ende des Tankrabatts treibt Preise nach oben

Der Energiekonzern Eni hatte für seine Tankstellen ab dem 28. September für zunächst 30 Tage einen Höchstpreis von 2,19 Euro je Liter Diesel und 1,99 Euro je Liter Benzin eingeführt.

Mit dem Wegfall eines staatlichen Steuerrabatts von rund sechs Cent pro Liter erhöhten sich die Preise jedoch auf 2,25 Euro für Diesel und 2,05 Euro für Benzin. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa stellte Eni klar, dass die freiwillige Preisobergrenze weiterhin gelte. Die Regelung gleiche jedoch nicht die wieder erhobenen Steuern aus.

Verbraucherschützer kritisieren steigende Kraftstoffpreise

Die Verbraucherschutzorganisation Codacons sieht die Entwicklung kritisch. Nach Einschätzung der Organisation hat die Aussetzung der Steuersenkung bereits zu ersten Preissteigerungen an den Tankstellen geführt. Damit sei die Phase sinkender Kraftstoffpreise unterbrochen worden, die zuvor durch die freiwilligen Preisnachlässe einzelner Tankstellenbetreiber unterstützt worden war.

Q8 und Tamoil halten an Preisdeckeln fest

Neben Eni haben auch die Mineralölunternehmen Q8 und Tamoil angekündigt, ihre Preisobergrenzen im laufenden Monat beizubehalten. Die Konzerne folgen damit einem Appell der italienischen Regierung. Die Maßnahme soll die Belastung für Verbraucher begrenzen, kann den Wegfall staatlicher Entlastungen jedoch nicht vollständig kompensieren.

Proteste gegen hohe Treibstoffkosten

Die hohen Kraftstoffpreise sorgen in mehreren Regionen Italiens für wachsenden Unmut. In Kalabrien protestierten Landwirte mit der Blockade von Tanklastwagen gegen die gestiegenen Treibstoffkosten. Auch auf der Mittelmeerinsel Lampedusa gingen Fischer gegen die hohen Dieselpreise auf die Straße. Zahlreiche Boote blieben im Hafen, während an der Mole Protestbanner angebracht wurden. Auch Transportverbände schließen sich den Generalstreiks an.

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