Die Bahntochter DB Infrago hat laut dem Verband Die Güterbahnen die Trassenpreise für 2027 beantragt. Die geplanten Trassenpreise sorgen bei dem Verband für Kritik. Neben höheren Kosten bemängelt die Branche die fehlende Planungssicherheit für das kommende Fahrplanjahr.
Trassenpreise 2027 könnten Güterbahnen 112 Millionen Euro kosten
Die von DB Infrago beantragten Trassenpreise für 2027 könnten den Schienengüterverkehr nach Angaben des Verbands mit zusätzlichen Kosten von rund 112 Millionen Euro belasten. Laut Informationen des Verbands würden die Preise im Standardsegment im Güterverkehr von aktuell 3,48 auf 3,92 Euro pro Kilometer steigen.
Neben den steigenden Trassenpreisen kritisieren die Güterbahnen vor allem die fehlende Planungssicherheit für den Fahrplan 2027. Wie hoch die Belastung tatsächlich ausfallen wird, ist noch offen.
Hintergrund ist ein laufender Rechtsstreit um die Berechnungsgrundlage der Trassenpreise. Der Verband bemängelt, dass es wohl bis kurz vor dem Fahrplanwechsel im Dezember unklar bleiben werde, welche Trassenpreise tatsächlich gelten.
DB-Infrago-Klage sorgt für Unsicherheit bei den Trassenpreisen
Die Bahntochter hat eine Klage gegen die Festlegung der Obergrenze der Gesamtkosten für 2027 durch die Bundesnetzagentur eingereicht. Diese Festlegung bildet die Basis, auf der die Trassenpreise anschließend berechnet werden. Die aktuelle Festlegung sieht unter anderem eine Absenkung der ursprünglich genehmigten Trassenentgelte für den Schienengüterverkehr um 12 Prozent vor.
Auslöser für die Neuregelung war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Gegen die Absenkung wendet sich das Bahnunternehmen mit seiner Klage. Das werde die Genehmigung der Trassenpreise verzögern, so der Verband.
Güterbahnen kritisieren Kürzung der Trassenpreisförderung
Ausgerechnet der Schienengüterverkehr, solle wieder mit den höchsten prozentualen Preissteigerungen belastet werden, beklagt Oliver Smock, Senior Referent des Verbands, die jetzt beantragten Trassenpreise. „Damit ist die gerade erst erkämpfte Entlastung aus der Neugenehmigung der Preise für 2026 schon wieder mehr als aufgezehrt, zumal der Bund über eine Kürzung der Trassenpreisförderung bis zu 40 Millionen Euro dieser Entlastung kassieren will.“
Nach Ansicht der Güterbahnen verschärft die Kombination aus höheren Entgelten und unklaren Rahmenbedingungen die Probleme bei der langfristigen Verkehrsplanung. Schmock kritisiert, dass die Eisenbahnverkehrsunternehmen seit März ihre Trassen für den neuen Fahrplan bestellen, ohne zu wissen, was diese am Ende kosten werden.
Sie könnten für die Verhandlung mit der verladenden Wirtschaft für das kommende Jahr keine Transportpreise präsentieren, sondern müssten mit dem Prinzip Hoffnung arbeiten und schätzen. Für eine verlässliche Planung fordert der Verband schon seit längerem eine Reform des Trassenpreissystems.