Niedrigwasser bremst Industrie, Export und Konjunkturerholung

20.08.2026 14:08 Uhr | Lesezeit: 3 min
Contaienr wird von einem Kran von einem Güterzug auf ein Binnenschiff geladen
Niedrige Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen erschweren den Gütertransport per Binnenschiff (Symbolbild)
© Foto: Contargo

Die deutsche Wirtschaft bleibt laut Bundesbank auf Erholungskurs. Dürre und Niedrigwasser auf wichtigen Wasserstraßen belasten jedoch den Gütertransport, verteuern die Logistik und könnten Industrieproduktion sowie Exporte im dritten Quartal deutlich bremsen.

Dürre und Niedrigwasser werden nach Einschätzung der Bundesbank die Erholung der deutschen Wirtschaft vorübergehend bremsen, so die dpa. „Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen“, heißt es im Monatsbericht August der Notenbank.

Weil der Warentransport auf dem Wasser derzeit eingeschränkt ist, verzögern sich Lieferungen, steigen die Transportkosten und könnte die Produktion ins Stocken geraten. „Dies dürfte die sich gerade festigende Industriekonjunktur vorerst spürbar belasten“, schreiben die Bundesbank-Volkswirte.

Dämpfer für Exporte und Industrie

Auch der Export, der in den vergangenen Monaten ein wichtiger Treiber des unerwartet robusten Aufschwungs der deutschen Wirtschaft war, könnte einen Rückschlag erleiden. Das Niedrigwasser belaste die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal: „Der grundsätzlich angelegte konjunkturelle Rückenwind durch die Auslandsnachfrage wird zunächst großenteils ausgebremst“, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank.

Der private Konsum wird nach Einschätzung der Notenbank weiterhin durch hohe Energiepreise belastet. Die allgemeine Teuerungsrate, die nach dem Auslaufen des Tankrabatts im Juli auf 2,8 Prozent gestiegen war, könnte in den kommenden Monaten vorübergehend weiter anziehen.

Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs

Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank besser entwickelt als angesichts der zahlreichen Krisen zu erwarten war. Nach einem Wachstum von 0,4 Prozent zu Jahresbeginn legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nach vorläufigen Berechnungen um 0,2 Prozent zu.

Damit befinde sich die deutsche Wirtschaft „nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte“, stellt die Bundesbank fest.

Am 25. August veröffentlicht das Statistische Bundesamt neue Daten zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Frühjahr.

Obwohl auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vor den wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Niedrigwassers auf dem Rhein warnt, zeigt sich das ZEW-Konjunkturbarometer deutlich optimistischer als die Bundesbank, das kürzlich bereits zum vierten Mal in Folge zugelegt hatte. Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) blickt deutlich optimistischer für die deutsche Wirtschaft und verdoppelt seine Wachstumsprognose.

HASHTAG


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