Dürre und Niedrigwasser werden nach Einschätzung der Bundesbank die Erholung der deutschen Wirtschaft vorübergehend bremsen, so die dpa. „Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen“, heißt es im Monatsbericht August der Notenbank.
Weil der Warentransport auf dem Wasser derzeit eingeschränkt ist, verzögern sich Lieferungen, steigen die Transportkosten und könnte die Produktion ins Stocken geraten. „Dies dürfte die sich gerade festigende Industriekonjunktur vorerst spürbar belasten“, schreiben die Bundesbank-Volkswirte.
Dämpfer für Exporte und Industrie
Auch der Export, der in den vergangenen Monaten ein wichtiger Treiber des unerwartet robusten Aufschwungs der deutschen Wirtschaft war, könnte einen Rückschlag erleiden. Das Niedrigwasser belaste die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal: „Der grundsätzlich angelegte konjunkturelle Rückenwind durch die Auslandsnachfrage wird zunächst großenteils ausgebremst“, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank.
Der private Konsum wird nach Einschätzung der Notenbank weiterhin durch hohe Energiepreise belastet. Die allgemeine Teuerungsrate, die nach dem Auslaufen des Tankrabatts im Juli auf 2,8 Prozent gestiegen war, könnte in den kommenden Monaten vorübergehend weiter anziehen.
Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs
Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank besser entwickelt als angesichts der zahlreichen Krisen zu erwarten war. Nach einem Wachstum von 0,4 Prozent zu Jahresbeginn legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nach vorläufigen Berechnungen um 0,2 Prozent zu.
Damit befinde sich die deutsche Wirtschaft „nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte“, stellt die Bundesbank fest.
Am 25. August veröffentlicht das Statistische Bundesamt neue Daten zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Frühjahr.