VDV fordert Trassenpreis-Förderung zur Sicherung des Bahnverkehrs

06.08.2026 13:31 Uhr | Lesezeit: 3 min
VDV fordert Trassenpreis-Förderung zur Sicherung des Bahnverkehrs
Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), fordert eine auskömmliche Förderung der Trassenpreise sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung der deutschen Eisenbahninfrastruktur
© Foto: VDV

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert im Zusammenhang mit der Sonderverkehrsministerkonferenz eine auskömmliche Förderung der Trassenpreise sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung der Schieneninfrastruktur. Andernfalls drohten Einschränkungen im Schienenpersonennahverkehr und Rückverlagerungen von Gütertransporten auf die Straße.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verlangt eine schnelle Entscheidung zur Finanzierung der Trassenpreise sowie eine langfristige Absicherung der Mittel für die deutsche Eisenbahninfrastruktur. Anlass ist die Sonderverkehrsministerkonferenz zu den Trassenpreisen. Nach Einschätzung des Branchenverbandes muss die Schiene angesichts wachsender Anforderungen leistungsfähiger, widerstandsfähiger und verlässlicher werden.

Der VDV vertritt rund 700 Unternehmen des öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs in Deutschland. Aus Sicht des Verbandes ist eine verlässliche Finanzierung entscheidend, um den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur langfristig planen zu können.

VDV fordert dauerhafte Finanzierung für den Bahnausbau

VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff verweist auf die zunehmenden Herausforderungen für das Eisenbahnsystem. Dazu gehörten die Folgen des Klimawandels, die Bedrohung kritischer Infrastrukturen sowie zusätzliche Anforderungen an das Verkehrsnetz: 

„Der Bundeskanzler fordert zurecht, dass mehr Bahnprojekte in Deutschland schneller umgesetzt werden müssen. Wir haben aktuell ein Eisenbahnsystem, das an vielen Stellen besser werden muss. Denn die Herausforderungen nehmen zu, sei es durch Extremwetter in Folge des Klimawandels, durch die wachsende Bedrohung von Anschlägen auf unsere Infrastrukturen sowie unseren Verpflichtungen aus den NATO-Verträgen", erklärt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV.

„Die deutsche Eisenbahninfrastruktur muss resilienter und zuverlässiger werden. Sie muss für Transportwege nicht nur von Nord nach Süd, sondern auch West nach Ost und für den Wirtschaftsstandort Deutschland so schnell wie möglich ertüchtigt werden. Ob über eine Weiterentwicklung des Sondervermögens oder durch ein Sofortprogramm Ausbau Bahn, es muss eine Verstetigung der Mittel für die kommenden Jahre erfolgen. Nur dann kann die Branche gemeinsam mit anderen Branchen, wie etwa der Bauindustrie, verlässlich planen und die Kapazitäten entsprechend dauerhaft erhöhen. Wir reden hier schließlich von einer Aufgabe, die über zwei Dekaden andauern wird", so Wolff weiter.

Trassenpreise: Verband drängt auf schnelle Lösung

Neben der langfristigen Finanzierung sieht der Verband akuten Handlungsbedarf bei den Trassenpreisen. Nach Auffassung des VDV muss der Bund trotz angespannter Haushaltslage kurzfristig zusätzliche Mittel bereitstellen, um negative Auswirkungen auf den Schienenverkehr zu verhindern.

„Als Sofortmaßnahme ist die auskömmliche Förderung der Trassenpreise zwingend. Flächendeckende Abbestellungen von Verkehren im SPNV und Verlagerungen von Gütertransporten zurück auf die Straße müssen dadurch verhindert werden. Hier ist der Bund dringend gefordert, trotz schwieriger Haushaltslage die entsprechenden Mittel bereitzustellen. Deutschland muss schneller fit werden für die komplexen Herausforderungen durch die geopolitische Lage und die neuen klimatischen Verhältnisse. Dabei ist die Eisenbahn Dienstleister für alle Branchen und Bürger, sie ist kein Selbstzweck. Diesen Auftrag des Kanzleramtes müssen alle Akteure anerkennen und erfüllen“, betont Wolff.


Hintergrund

Hintergrund ist die Genehmigung der Bundesnetzagentur für neue Trassenpreise für das deutsche Schienennetz, wie zunächst die dpa vermeldete: Damit wird die Schienenmaut zwischen Nah-, Fern- und Güterverkehr neu verteilt. Dem liegt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zugrunde, das die bisherige Preisgestaltung teilweise für rechtswidrig erklärt hatte.

Nach den neuen Entgelten wird der Schienenpersonennahverkehr in diesem Jahr mit rund 400 Millionen Euro zusätzlich belastet, während der Personenfernverkehr und der Schienengüterverkehr in vergleichbarer Größenordnung entlastet werden.

Schon zuvor forderten in einem gemeinsamen Appell der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x), DIE PAPIERINDUSTRIE, die Wirtschaftsvereinigung Stahl sowie der Verband der Güterwagenhalter (VPI) eine zügige Reform der Trassenpreise. Besondere Sorge bereitet den Organisationen der Entwurf des Bundeshaushalts 2027. Dieser sieht eine Reduzierung der Trassenpreisförderung vor.




Mit dem VerkehrsRundschau-Newsletter immer auf dem neuesten Stand

Von Montag bis Freitag bekommen Sie unser Mittags-Update mit aktuellen Nachrichten aus der Transport- und Logistikbranche kostenfrei in Ihr E-Mail-Postfach. Zusätzlich bekommen Sie immer samstags digitale VR-Post mit den Wochen-Highlights. Den VR-Newsletter können Sie hier gratis abonnieren.

Sie haben ein Sie haben Fragen, Anregungen oder ein konkretes Anliegen? Dann schreiben Sie uns gerne an das VerkehrsRundschau-Postfach unter verkehrsrundschau@tecvia.com


HASHTAG


#Schienenverkehr

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Angebots- und Umlaufplaner:in (m/w/d)

Freising, Elsenfeld, Westheim

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.