Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verlangt eine schnelle Entscheidung zur Finanzierung der Trassenpreise sowie eine langfristige Absicherung der Mittel für die deutsche Eisenbahninfrastruktur. Anlass ist die Sonderverkehrsministerkonferenz zu den Trassenpreisen. Nach Einschätzung des Branchenverbandes muss die Schiene angesichts wachsender Anforderungen leistungsfähiger, widerstandsfähiger und verlässlicher werden.
Der VDV vertritt rund 700 Unternehmen des öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs in Deutschland. Aus Sicht des Verbandes ist eine verlässliche Finanzierung entscheidend, um den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur langfristig planen zu können.
VDV fordert dauerhafte Finanzierung für den Bahnausbau
VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff verweist auf die zunehmenden Herausforderungen für das Eisenbahnsystem. Dazu gehörten die Folgen des Klimawandels, die Bedrohung kritischer Infrastrukturen sowie zusätzliche Anforderungen an das Verkehrsnetz:
„Der Bundeskanzler fordert zurecht, dass mehr Bahnprojekte in Deutschland schneller umgesetzt werden müssen. Wir haben aktuell ein Eisenbahnsystem, das an vielen Stellen besser werden muss. Denn die Herausforderungen nehmen zu, sei es durch Extremwetter in Folge des Klimawandels, durch die wachsende Bedrohung von Anschlägen auf unsere Infrastrukturen sowie unseren Verpflichtungen aus den NATO-Verträgen", erklärt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV.
„Die deutsche Eisenbahninfrastruktur muss resilienter und zuverlässiger werden. Sie muss für Transportwege nicht nur von Nord nach Süd, sondern auch West nach Ost und für den Wirtschaftsstandort Deutschland so schnell wie möglich ertüchtigt werden. Ob über eine Weiterentwicklung des Sondervermögens oder durch ein Sofortprogramm Ausbau Bahn, es muss eine Verstetigung der Mittel für die kommenden Jahre erfolgen. Nur dann kann die Branche gemeinsam mit anderen Branchen, wie etwa der Bauindustrie, verlässlich planen und die Kapazitäten entsprechend dauerhaft erhöhen. Wir reden hier schließlich von einer Aufgabe, die über zwei Dekaden andauern wird", so Wolff weiter.
Trassenpreise: Verband drängt auf schnelle Lösung
Neben der langfristigen Finanzierung sieht der Verband akuten Handlungsbedarf bei den Trassenpreisen. Nach Auffassung des VDV muss der Bund trotz angespannter Haushaltslage kurzfristig zusätzliche Mittel bereitstellen, um negative Auswirkungen auf den Schienenverkehr zu verhindern.
„Als Sofortmaßnahme ist die auskömmliche Förderung der Trassenpreise zwingend. Flächendeckende Abbestellungen von Verkehren im SPNV und Verlagerungen von Gütertransporten zurück auf die Straße müssen dadurch verhindert werden. Hier ist der Bund dringend gefordert, trotz schwieriger Haushaltslage die entsprechenden Mittel bereitzustellen. Deutschland muss schneller fit werden für die komplexen Herausforderungen durch die geopolitische Lage und die neuen klimatischen Verhältnisse. Dabei ist die Eisenbahn Dienstleister für alle Branchen und Bürger, sie ist kein Selbstzweck. Diesen Auftrag des Kanzleramtes müssen alle Akteure anerkennen und erfüllen“, betont Wolff.