Europäischer Spotmarkt bleibt klar frachtgetrieben
Der europäische Straßengüterverkehr war im zweiten Quartal 2026 weiterhin von einer hohen Transportnachfrage und knappen verfügbaren Kapazitäten geprägt. Nach Angaben des TIMOCOM Transportbarometers lag der Frachtanteil im europäischen Spotmarkt über das gesamte Quartal hinweg deutlich über 80 Prozent.
Damit blieb der Markt klar frachtgetrieben: Einer steigenden Zahl ausgeschriebener Transporte stand ein rückläufiges Angebot frei verfügbarer Lkw gegenüber.
Europaweit legten die Frachteingaben im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig zu. Besonders stark fiel der Anstieg im April aus. Auch im Mai blieb die Dynamik hoch, während sich das Wachstum im Juni spürbar abschwächte.
Trotz dieser Abflachung blieb die Nachfrage nach Transportkapazitäten insgesamt deutlich erhöht. Von einer echten Entspannung am Markt kann daher nicht gesprochen werden.
Auch innerhalb Deutschlands wurden im zweiten Quartal mehr Frachten eingestellt als im Vorjahr. Nach starken Zuwächsen im April und Mai flachte die Entwicklung im Juni jedoch nahezu vollständig ab.
Ein Grund dafür dürfte der Kalendereffekt durch Feiertage und kurze Arbeitswochen gewesen sein. Nach einer besonders hohen Nachfrage im Frühjahr normalisierte sich die Dynamik zum Quartalsende, ohne das grundsätzliche Ungleichgewicht zwischen Fracht und Laderaum aufzulösen.
Die angespannte Marktlage wirkte sich auch auf die Preise aus. Sowohl innerdeutsch als auch europaweit lagen die durchschnittlich angebotenen und geforderten Kilometerpreise klar über dem Vorjahresniveau.
In Deutschland lagen die Preisforderungen der Frachtführer im Quartalsverlauf meist über den Angeboten der Auftraggeber. Europaweit zeigte sich dagegen ein differenzierteres Bild: Dort lagen die Forderungen der Auftragnehmer zeitweise unter den Angeboten der Auftraggeber.
Das deutet darauf hin, dass Angebot und Nachfrage auf internationalen Spotmärkten anders zusammenwirken als im deutschen Binnenverkehr.
Mai mit den höchsten Preiswerten
Die höchsten Durchschnittspreise wurden überwiegend im Mai erreicht. Besonders rund um Feiertage und kurze Wochen stiegen die Preise auf innerdeutschen Routen spürbar an.
Im Juni gingen die durchschnittlichen Werte wieder zurück. Dennoch blieb das Preisniveau deutlich über dem entsprechenden Vorjahresquartal.
Spanien-Relationen besonders dynamisch
Starke Zuwächse verzeichneten mehrere internationale Relationen mit Bezug zu Spanien. Auch ausgewählte Ost-West-Verkehre entwickelten sich positiv, etwa zwischen Ungarn und Deutschland oder Polen und Rumänien.
Rückläufig waren dagegen verschiedene Relationen von und nach Italien sowie einzelne Verbindungen zwischen Nordost- und Südosteuropa.
Saisonal ist im Juli und August mit einer etwas geringeren Nachfrage zu rechnen. Nach Einschätzung von TIMOCOM dürfte der Frachtanteil dennoch auf hohem Niveau bleiben.
Für den weiteren Verlauf werden vor allem zwei Faktoren entscheidend sein:
- wie stark Konsum und Industrie nach der Sommerphase wieder anziehen
- und wie stark Dieselpreise die Kostenbasis der Transportunternehmen belasten
Damit bleibt der europäische Straßengüterverkehr auch im dritten Quartal von Unsicherheit, knappen Kapazitäten und hohem Kostendruck geprägt.