Reinert Logistics hat auf der IAA 2026 einen Großauftrag über 500 Volvo FH Aero mit LNG-Antrieb vergeben. Nach Angaben von Volvo Trucks handelt es sich um die größte Bestellung gasbetriebener Lastwagen in der Unternehmensgeschichte. Die Fahrzeuge sollen ab 2027 ausgeliefert werden und die bestehende Flotte schrittweise erneuern sowie erweitern. Die bestellten Fahrzeuge werden innerhalb der kommenden zwei Jahre in den Fuhrpark integriert. Mit den Investitionen verfolgt das Unternehmen zugleich das Ziel, die eigene Flotte weiter auszubauen.
500 LNG-Lkw für Regional- und Fernverkehr
Mit dem Auftrag setzt Reinert Logistics seine seit Jahren verfolgte LNG-Strategie fort. Das Unternehmen nutzt die Technologie nach eigenen Angaben sowohl wegen ihrer Wirtschaftlichkeit als auch wegen des Potenzials zur Verringerung von CO₂-Emissionen im Transportbetrieb.
Grundlage der Entscheidung waren unter anderem Praxiserfahrungen mit 50 Volvo FH Aero Gas Powered, die in den Jahren 2025 und 2026 im täglichen Einsatz getestet wurden. Zudem spielten die Entwicklungen am Kraftstoffmarkt eine Rolle.
„Wir haben früh erkannt, dass Bio-LNG für uns die richtige Lösung ist. Unsere Lkw mit einem regional hergestellten Kraftstoff aus Gülle, organischen Abfällen oder biogenen Reststoffen betreiben zu können, ist einfach genial. Dadurch lassen sich lange Lieferwege, Abhängigkeiten und geopolitisch bedingte Engpässe reduzieren. Gleichzeitig stehen die Fahrzeuge etablierten Diesel-Lkw in nichts nach und ermöglichen erhebliche CO₂-Einsparungen. Unsere Erfahrungen im täglichen Einsatz haben uns darin bestärkt, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch weil Volvo Trucks über ein sehr gutes Servicenetzwerk für gasbetriebene Lkw verfügt“, sagt René Reinert bei der Vertragsunterzeichnung auf der IAA in Hannover. „Zudem bieten die Lkw von Volvo ein sehr hohes Maß an Komfort und Sicherheit“, ergänzt der Firmengründer.
Volvo Trucks meldet Rekordauftrag für Gas-Lkw
Für Volvo Trucks hat die Bestellung eine besondere Bedeutung. Der Hersteller bezeichnet den Auftrag als größte LNG-Bestellung seiner Unternehmensgeschichte. „Seit dem Einsatz der ersten Volvo FH Aero mit Flüssiggas begleiten wir Reinert Logistics eng und kennen die Anforderungen des Unternehmens genau. Die Entscheidung für 500 weitere Fahrzeuge bestätigt sowohl die Leistungsfähigkeit unseres Konzepts und unserer Lkw als auch den Wert unserer persönlichen Beratung“, sagt Michael Neugebauer, Key Account Manager bei Volvo Trucks Deutschland.
Auch Manuel Mengelkoch, Director Sales Operations bei Volvo Trucks Deutschland, bewertet den Auftrag als wichtiges Signal für alternative Antriebe im Straßengüterverkehr. „Wir freuen uns sehr, mit Reinert Logistics einen Kunden und Partner an unserer Seite zu haben, der unsere Vision zur Reduzierung der CO₂-Emissionen teilt und zugleich seine Flotte wirtschaftlich betreibt“, sagt Manuel Mengelkoch. „Dieser Auftrag ist die größte LNG-Bestellung in der Geschichte von Volvo Trucks. Er zeigt, dass sich klimafreundlichere Transporte und Wirtschaftlichkeit bereits heute erfolgreich miteinander verbinden lassen.“
Welche Technik hinter den LNG-Lkw von Volvo steckt
Volvo Trucks verfolgt bei der Dekarbonisierung des Güterverkehrs eine Technologiestrategie, die batterieelektrische Lkw, künftige Brennstoffzellenfahrzeuge und gasbetriebene Modelle umfasst. Insbesondere im Fernverkehr sieht der Hersteller für LNG-Lkw weiterhin Einsatzpotenzial, wie das Unternehmen mitteilt.
Die Fahrzeuge nutzen das sogenannte Gas-Powered-Diesel-Prinzip. Dabei wird eine geringe Menge Diesel, Biodiesel oder HVO zur Zündung eingesetzt, während LNG beziehungsweise Bio-LNG den überwiegenden Teil der Antriebsenergie liefert. Dadurch erreichen die Lkw laut Hersteller eine mit Dieselmodellen vergleichbare Leistung und ähnliche Fahreigenschaften. Beim Einsatz von Bio-LNG lassen sich gegenüber konventionellen Diesel-Lkw erhebliche CO₂-Einsparungen erzielen.
Lesen Sie hier: Comeback für LNG? Volvo FH Aero 500 im VR-Praxischeck oder hören Sie hier die Meinung des VR-Test und Technik-Ressortleiters zu dem Gas-Lkw im Podcast.