Im ersten Halbjahr 2024 registrierte die Landespolizeidirektion Thüringen eine starke Zunahme an Verstößen gegen das bundesweit geltende Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen, so die dpa. Insgesamt wurden 134 Fälle dokumentiert – ein sprunghafter Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit lediglich 25 Verstößen.
Die Polizei konnte keine konkreten Gründe für die Entwicklung nennen. Zudem hieß es, dass es dazu auf den Autobahnen im ersten Halbjahr keine schwerpunktmäßigen Kontrollen gegeben habe.
Regelung mit Ausnahmen
Das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen gilt seit den 1950er Jahren bundesweit zwischen 0 und 22 Uhr. Ziel ist die Entlastung des Wochenendverkehrs, die Reduzierung von Unfallrisiken sowie der Schutz der Bevölkerung vor Lärm.
Zahlreiche Ausnahmen sind jedoch zulässig: Transporte von frischen Lebensmitteln, Milch oder verderblichen Waren dürfen auch sonntags durchgeführt werden. Ebenso können Fahrten im Rahmen des öffentlichen Notstands oder im kombinierten Verkehr mit Schiene und Straße genehmigt werden. Darüber hinaus können Ausnahmegenehmigungen bei den zuständigen Behörden beantragt werden.
Bußgelder steigen – Einnahmen verdoppelt
Wird ein Verstoß festgestellt, drohen dem Fahrer 120 Euro Bußgeld. Für Fahrzeughalter oder verantwortliche Personen beträgt das Bußgeld 570 Euro. Im ersten Halbjahr 2024 nahm die Polizei in Thüringen rund 20.100 Euro ein – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum mit etwa 9.400 Euro.