Der Kombinierte Verkehr in Europa hat auch im dritten Quartal 2026 an Volumen verloren. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging das Transportaufkommen um 1,23 Prozent zurück. Für die kommenden zwölf Monate bleibt die Stimmung in der Branche nach Einschätzung der Internationalen Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) negativ.
Als wesentliche Belastungsfaktoren gelten Infrastrukturprobleme, steigende Trassenpreise und die schwache wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kommen die Folgen des extremen Niedrigwassers auf dem Rhein und Einschränkungen auf wichtigen Bahnstrecken.
Zusätzlichen Kostendruck erzeugen die deutschen Trassenpreise. Für 2027 rechnet die UIRR weiterhin mit einem Anstieg um rund zwölf Prozent.
Noch größere Belastungen könnten 2028 folgen. Nach Angaben des Verbands sind für besonders schwere Züge Steigerungen von bis zu 85 Prozent vorgesehen, während die Trassenpreise für reguläre Züge um 6,6 Prozent zulegen könnten.
Die UIRR will die Auswirkungen auf ihre Mitgliedsunternehmen untersuchen. Gleichzeitig fordert der Verband weiterhin einen finanziellen Ausgleich, wenn aufgrund von Bauarbeiten nur eingeschränkt nutzbare Umleitungsstrecken zur Verfügung stehen.
Handlungsbedarf sieht die Branche auch auf europäischer Ebene. Ein Problem ist die bislang uneinheitliche Einführung des europäischen Zugbeeinflussungssystems ERTMS. Unterschiedliche Umsetzungsstände in den Mitgliedstaaten erschweren grenzüberschreitende Bahnverkehre zusätzlich.
Die UIRR fordert deshalb eine europäische Strategie für den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr. Ziel soll ein Verkehrssystem sein, in dem der kombinierte Transport stärker berücksichtigt und internationale Bahnverbindungen zuverlässiger organisiert werden.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht die UIRR auch positive Entwicklungen. In mehreren Ländern werden Investitionen und neue Betriebskonzepte vorangetrieben.
Insbesondere in Spanien zeigen sich nach Einschätzung des Verbands erste Auswirkungen zusätzlicher Investitionen. Auch in Frankreich entwickle sich der Markt positiv. Gleichzeitig gewinnt der Schienengüterverkehr als Bestandteil resilienter Lieferketten und der europäischen Krisen- und Verteidigungslogistik an Bedeutung.
Kurzfristig überwiegt jedoch die Skepsis. Angesichts höherer Kosten, eingeschränkter Schienenkapazitäten und einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung erwartet die europäische Branche des Kombinierten Verkehrs für die kommenden zwölf Monate weiterhin schwierige Marktbedingungen.