Deutschlands Mittelstand zeigt eine hohe Bereitschaft, im Krisen- oder Verteidigungsfall Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Bei der tatsächlichen Vorbereitung bestehen allerdings große Lücken. Das zeigt eine Erhebung von MHP und dem zNT der Quadriga Hochschule Berlin zur sogenannten Defense Readiness deutscher Unternehmen.
86 Prozent der befragten Unternehmen erklären demnach, grundsätzlich Kapazitäten für die Landesverteidigung bereitstellen zu wollen. Gleichzeitig erfüllen lediglich 3,1 Prozent alle fünf von den Studienautoren definierten Voraussetzungen für eine umfassende Krisen- und Verteidigungsfähigkeit. Rund ein Viertel erfüllt keinen der untersuchten Aspekte.
Defense Readiness umfasst fünf Bereiche
Für die Untersuchung wurde Defense Readiness anhand von fünf Kriterien beurteilt. Dazu zählen die Klärung der eigenen Rolle im Verteidigungsfall, die Berücksichtigung relevanter Risiken, Transparenz über kritische Lieferketten, ein etabliertes Business Continuity Management sowie Cyber-Resilienz.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Differenz zwischen grundsätzlicher Bereitschaft und konkreter Vorbereitung. So haben lediglich rund vier von zehn Unternehmen ihre mögliche Rolle in einem Verteidigungsfall vollständig identifiziert.
Für eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und staatlichen Stellen ist eine solche Klärung jedoch wesentlich. Produktions-, Lager- oder Transportkapazitäten helfen im Krisenfall nur dann, wenn bekannt ist, welche Leistungen verfügbar sind und wie lange diese aufrechterhalten werden können.