Deutsche Wirtschaft wächst wieder

25.02.2026 10:18 Uhr | Lesezeit: 3 min
Container im Hafen
Volkswirte gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft ab dem Frühjahr Fahrt aufnehmen wird
© Foto: HHLA

Deutschlands Wirtschaft hat Ende 2025 leicht zugelegt, für 2026 wird mit einem kräftigeren Zuwachs gerechnet, der aber mit einem hohen Haushaltsdefizit erkauft wird.

Im vierten Quartal 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Allerdings waren die Löcher im Staatshaushalt im vergangenen Jahr deutlich größer als zunächst angenommen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung betrug das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung wie ein Jahr zuvor 2,7 Prozent. Auf vorläufiger Basis hatte die Wiesbadener Behörde das Minus für 2025 noch auf 2,4 Prozent beziffert. Deutschland hielt damit die europäische Verschuldungsregel ein, die ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent erlauben.

Bundesbank warnt vor steigendem Defizit

Die Bundesbank rechnet damit, dass sich die Defizitquote bis 2027 auf viereinhalb Prozent erhöhen wird, weil der Staat schuldenfinanziert gewaltige Milliardensummen in Straßen, Schienen und Verteidigung stecken will. „Vorübergehend höhere Defizite sind nachvollziehbar, um die Herausforderungen bei Verteidigung und Infrastruktur schnell zu bewältigen“, schreibt die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Wichtig sei jedoch, die zusätzlichen Milliarden zielgenau einzusetzen. Außerdem brauche es „eine verlässliche Perspektive, wie die hohen Defizite wieder zurückgeführt werden“, appelliert die Notenbank an die Bundesregierung. „Ohne ein Gegensteuern des Bundes zur Einhaltung der Schuldenbremse würde die Defizitquote 2028 weiter Richtung fünf Prozent steigen“, warnt die Bundesbank.

Staatsausgaben wachsen schneller als die Einnahmen

Im Jahr 2025 gab der Fiskus 119,1 Milliarden Euro mehr aus, als er einnahm. Damit war das Defizit um rund vier Milliarden Euro höher als ein Jahr zuvor. Zwar stiegen Sozialbeiträge und Steuereinnahmen deutlich, doch insgesamt wuchsen die Staatsausgaben schneller als die Einnahmen. Auch waren die Zinsausgaben 2025 um gut acht Prozent höher als ein Jahr zuvor, zudem stiegen die Sozialleistungen, vor allem für Renten und Pensionen, aber auch für Gesundheit.

Staatsausgaben treiben die Konjunktur

Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nach einem schwachen Start ins neue Jahr ab dem Frühjahr Fahrt aufnehmen wird. In der Industrie mehren sich nach langer Talfahrt die Zeichen für eine Trendwende. Was den Export angeht, sind Deutschlands Hersteller wieder zuversichtlicher. „Die positiven Meldungen dominierten zuletzt. So legten etwa die Auftragseingänge kräftig zu. Und auch wichtige Konjunkturfrühindikatoren kletterten nach oben“, sagte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel.

Wieder mehr Investitionen in Ausrüstung

Getragen wurde das Wachstum in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres nach Angaben der Statistiker vor allem von steigenden privaten und staatlichen Konsumausgaben. Auch die Bauinvestitionen zogen deutlich an. Positiv aus Sicht von Ökonomen: In Ausrüstungen – Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – wurde ebenfalls mehr investiert als im Vorquartal. „Damit endete das konjunkturell wechselhafte Jahr 2025 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung“, ordnete die Präsidentin des Bundesamtes, Ruth Brand, ein. Im Gesamtjahr 2025 schrammte Deutschland mit 0,2 Prozent Plus knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum in Folge vorbei.


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