Descartes Systems Group und Xeneta bauen ihre Zusammenarbeit bei der digitalen Frachtraten-Kalkulation aus. Künftig werden Marktdaten von Xeneta in die cloudbasierte Lösung Descartes Spot integriert. Speditionen sollen dadurch eingekaufte Frachtraten direkt mit Marktdaten vergleichen und Kundenangebote schneller kalkulieren können.
Descartes zufolge lassen sich mit der Software bis zu 90 Prozent der Kundenanfragen innerhalb von 30 Sekunden beantworten. Gleichzeitig sollen die Marktdaten Speditionen dabei unterstützen, Einkaufspreise einzuordnen und Margen bei der Angebotserstellung besser zu berücksichtigen.
Frachtraten-Benchmarking direkt im Angebotsprozess
Durch die Integration erhalten Anwender Zugriff auf unabhängige Vergleichswerte für Frachtraten innerhalb des Angebotsprozesses. Damit können Speditionen prüfen, wie ihre verfügbaren Einkaufskonditionen im Vergleich zum aktuellen Markt abschneiden.
Die Daten sollen zudem bei Verhandlungen mit Frachtführern und anderen Transportpartnern helfen. Veränderungen bei den Frachtraten können schneller erkannt und bei neuen Kundenangeboten berücksichtigt werden.
Gerade bei kurzfristigen Spot-Anfragen ist die Geschwindigkeit relevant, da Speditionen häufig innerhalb kurzer Zeit verfügbare Transportoptionen und belastbare Preise bereitstellen müssen.
Descartes Spot bündelt Raten und Transportoptionen
Descartes Spot führt verschiedene Informationen zur Kalkulation auf einer Plattform zusammen. Dazu gehören aktuelle Frachtraten, Fahrpläne, Gebühren und Zuschläge sowie Transitzeiten.
Nach Eingabe von Start- und Zielhafen erhalten Nutzer mehrere Transportmöglichkeiten mit Routen und kalkulierten Kosten. Zusätzlich können Margenvorgaben bei der Angebotserstellung berücksichtigt werden.
Damit soll sich der bislang häufig zeitaufwendige Prozess von der Anfrage über die Ratenermittlung bis zum fertigen Kundenangebot stärker automatisieren lassen.
Xeneta liefert Marktdaten für See- und Luftfracht
Xeneta bringt seine Datenbasis aus der internationalen See- und Luftfracht in die Kooperation ein. Nach Unternehmensangaben umfasst diese mehr als 800 Millionen Datenpunkte sowie Informationen zu mehr als 170.000 Hafenpaaren und über 60.000 Flughafenpaaren.
Die Seefracht-Benchmarks basieren auf tatsächlich gezahlten Frachtraten von Verladern und Speditionen. Dadurch können Nutzer ihre eigenen Konditionen mit den Preisen auf einzelnen Handelsrelationen vergleichen.
Digitalisierung soll Margen im Speditionsgeschäft absichern
Für Speditionen verbindet die erweiterte Kooperation zwei zentrale Anforderungen: möglichst kurze Reaktionszeiten bei Kundenanfragen und eine belastbare Kalkulation der eigenen Marge.
Gerade bei volatilen Frachtraten können sich Einkaufspreise und verfügbare Kapazitäten kurzfristig verändern. Die Kombination aus automatisierter Angebotserstellung und Marktvergleich soll es insbesondere mittelständischen Speditionen erleichtern, solche Veränderungen schneller in ihre Preisentscheidungen einzubeziehen.