CO3 Technologies übernimmt Kinver

04.11.2026 11:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Mann steht mit einem Tablet vor einer Halle mit Container und Gabelstapler, oberhalb vom Tablet sind als Icon eine Weltkugel und ein Container an einem Haken hervorgehoben zu sehen
Künftig will CO3 seinen Kunden nicht nur zeigen, wo ihre Lkw sind, sondern, wo in ihrem Netzwerk die Kosten tatsächlich anfallen
©Foto: Zucide/stock.adobe.com

Die Datenplattform CO3 Technologies übernimmt das norwegische Softwareunternehmen Kinver, künftig werde man Kunden genau zeigen können, wo in ihrem Netzwerk Kosten tatsächlich anfallen.

Das Unternehmen CO3 Technologies (CO3), eine Datenplattform für Straßengüterverkehr und Bauwirtschaft, hat den Abschluss der Übernahme des norwegischen Softwareunternehmens Kinver bekannt gegeben. Produkte und Team von Kinver werden damit Teil der CO3-Plattform. Der Gründer und CEO von Kinver, Lars Fredrik Eriksen, wechselt als VP Commercial zu CO3.

„Jeder größere Betrieb ist nur so gut wie die Datengrundlage, auf der er Entscheidungen trifft. In den vergangenen Jahren haben wir das operative Fundament des Straßengüterverkehrs und der Bauwirtschaft aufgebaut: täglich 350.000 Fahrzeuge, Trailer und Geräte. Kinver ergänzt die andere Hälfte: was vereinbart und was abgerechnet wurde“, sagte Nicolaus Schefenacker, CEO von CO3. „Zusammen ist das die Datenplattform, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Statt Kunden nur zu zeigen, wo ihre Lkw sind, zeigen wir ihnen künftig, wo in ihrem Netzwerk die Kosten wirklich anfallen.“

Abgleich von Frachtrechnungen mit vereinbarten Preisen

Die Produkte von Kinver gleichen laut CO3 Frachtrechnungen mit vertraglich vereinbarten Preisen und Service Levels ab und liefern ISO-konforme und vom Smart Freight Centre akkreditierte Emissionsberechnungen. Über Integrationen in 57 TMS- und ERP-Systeme weiß Kinver genau, was seinen Kunden in Rechnung gestellt und was ihnen zugesagt wurde.

CO3 wurde 2019 innerhalb von Sennder aufgebaut und 2025 als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Die einheitliche API von CO3 normalisiert laut Unternehmensangaben Live-Daten von mehr als 350.000 Lkw, Trailern, Telematikgeräten und Kühlaggregaten in 35 Ländern: das seien „insgesamt über 215 Millionen einzigartige Datenpunkte pro Tag2. Gemeinsam können Kinver und CO3 finanzielle und operative Daten in einer einzigen Datenplattform für ihre Kunden in Straßengüterverkehr und Bauwirtschaft zusammenführen.

Deutlich größeres Datenfundament

„Wir haben Kinver gegründet, um Verladern Gewissheit darüber zu geben, was sie für Fracht bezahlen. Die Grenze war immer der Nachweis: Prüfen kann man nur, was man belegen kann. CO3 liefert den Beleg, Live-Daten aus den Fahrzeugen selbst“, sagte Lars Fredrik Eriksen, jetzt VP Commercial bei CO3.Als Teil von CO3 können man die Prüflogik von Kinver „auf ein deutlich größeres Datenfundament und einen größeren Kundenstamm skalieren“, so Eriksen.

Kinver wurde 2020 in Oslo gegründet. Das erste Produkt, Kinver Engine, prüft Frachtausgaben, Preise und Service Levels gegen die Verträge; das zweite Produkt, TerraTwin, ist eine ISO-konforme und vom Smart Freight Centre akkreditierte API für Transportemissionen auf Sendungsebene. Kinver betreut nach eigenen Angaben mehr als 60 Enterprise-Kunden über 57 TMS- und ERP-Integrationen.

Einsatz von KI-Agenten

Heute ermöglicht laut CO3 eine Standortbestimmung, dass Menschen GPS-Position, ETA, gesetzliche Lenkzeiten, Temperatur und Fahrzeugstatus über ein vernetztes Netzwerk hinweg lesen und darauf reagieren. Mit Kinvers Daten würden sich diese Echtzeit-Ereignisse automatisch mit jedem Service Level Agreement (SLA), jeder Rechnung und jedem Zuschlag abgleichen lassen. Langfristig erlaubte derselbe Kontext KI-Agenten, „Ansprüche geltend zu machen, Rechnungen anzufechten, Kosten automatisch zurückzuholen und die besten operativen Entscheidungen für das Netzwerk zu treffen“, so CO3.


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