Bosch will seine Aktivitäten im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge deutlich ausbauen. Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover erklärte das Unternehmen, den Umsatz in diesem Segment bis Mitte der 2030er Jahre von heute mehr als vier Milliarden Euro auf das Doppelte steigern zu wollen. Treiber sind Technologien wie elektrische Antriebe, Wasserstofftechnologien, Fahrerassistenzsysteme, automatisiertes Fahren und softwaredefinierte Fahrzeugarchitekturen.
"Das Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen ist für uns ein zentrales Wachstumsfeld: Bis Mitte der 2030er Jahre wollen wir unseren Umsatz in diesem Segment verdoppeln."
- sagt Markus Heyn, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility, anlässlich der IAA Transportation 2026 in Hannover.
Schwerer Lkw-Markt wächst trotz schwierigen Umfelds
Trotz einer insgesamt rückläufig erwarteten weltweiten Fahrzeugproduktion 2026 rechnet Bosch für den Markt schwerer Nutzfahrzeuge mit einer robusteren Entwicklung. Nach einem starken ersten Halbjahr 2026 erwartet das Unternehmen bei schweren Lkw über sechs Tonnen einen Anstieg der globalen Produktion um rund ein Prozent auf etwa 3,3 Millionen Fahrzeuge. Bis Mitte der 2030er Jahre soll das weltweite Produktionsvolumen auf rund vier Millionen Einheiten wachsen. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der steigenden Nachfrage nach neuen Fahrzeugtechnologien sieht Bosch erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum. Auch der Unternehmensbereich Bosch Mobility soll 2026 sein Umsatzniveau trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds halten.
E-Lkw werden zu einem wichtigen Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Baustein der Bosch-Strategie bleibt die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs. Nach Unternehmensangaben wird 2026 in Europa jeder dritte neu zugelassene batterieelektrische Lkw von einem Bosch-E-Motor und einem Bosch-Inverter angetrieben. Für zusätzlichen Rückenwind sorgt ein neuer Serienauftrag von Daimler Truck. Die Vereinbarung umfasst die Lieferung elektrischer Antriebskomponenten für den E-Lkw eActros und sichert die langfristige Zusammenarbeit beider Unternehmen.
Bosch geht davon aus, dass bis 2030 rund ein Viertel aller weltweit neu zugelassenen schweren Lkw klimafreundlich mit Batterie oder Brennstoffzelle unterwegs sein wird. Bis 2035 soll dieser Anteil auf etwa 50 Prozent steigen. „Um die globalen Klimaziele im Transportsektor zu erreichen, gibt es kein Entweder-oder: Wir müssen jede Technologie nutzen, die zur Defossilisierung beiträgt“, sagte Markus Heyn. „Die Batterie entwickelt sich auch im Nutzfahrzeug zur Leittechnologie, bleibt aber im schweren Fernverkehr und auf globalen Märkten auf die Ergänzung durch Wasserstoff und alternative Kraftstoffe angewiesen.“
Mehr zu dem Bosch-Portfolio erfahren Sie hier: Bosch zeigt neue Technik für Nutzfahrzeuge auf der IAA Transportation.