Bosch baut sein Technologieangebot für softwaredefinierte Nutzfahrzeuge weiter aus. Der Zulieferer verbindet dafür Lösungen aus den Bereichen Antrieb, Thermomanagement, Fahrwerk, Automatisierung und Vernetzung mit zentralen Fahrzeugrechnern, Software und Künstlicher Intelligenz.
Damit will das Unternehmen Fahrzeughersteller und Flottenbetreiber bei der Elektrifizierung, der Verbesserung der Verkehrssicherheit und der zunehmenden Systemkomplexität moderner Lkw und Busse unterstützen.
Neben batterieelektrischen Antrieben arbeitet Bosch an weiteren Technologien für einen emissionsärmeren Nutzfahrzeugverkehr. Das Portfolio umfasst Brennstoffzellensysteme mit Leistungen zwischen 100 und 300 Kilowatt, die für Stadtbusse und Fernverkehrs-Lkw geeignet sind.
Für Wasserstoffmotoren liefert das Unternehmen unter anderem Injektoren, Steuergeräte, Sensoren und Komponenten für Tanksysteme. Hinzu kommen Lösungen für alternative Kraftstoffe wie Erdgas, Methan, Ethanol und Methanol.
Mit dem cloudbasierten Digital Fuel Twin bietet Bosch zudem eine Software an, die den Einsatz regenerativer Kraftstoffe wie HVO dokumentiert und die damit erzielten CO₂-Einsparungen erfasst.
Ein wesentlicher Baustein des softwaredefinierten Nutzfahrzeugs sind leistungsfähige Fahrzeugcomputer. Bosch entwickelt dafür zentrale elektronische Architekturen, die bisher getrennte Funktionen auf gemeinsamen Rechnerplattformen zusammenführen.
Die Cockpit Integration Platform bündelt Anwendungen für Fahrerinformation und Bedienung. Die Vehicle Integration Platform verbindet Funktionen aus den Bereichen Fahrdynamik, Energie und Karosserie. Dadurch sollen Software-Updates aus der Ferne sowie zusätzliche, nachträglich buchbare Fahrzeugfunktionen möglich werden.
Die Bosch-Tochter ETAS ergänzt das Angebot mit einer Softwareplattform für unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen und einer neuen Diagnoselösung. Werkstätten sollen Fehler dadurch schneller erkennen, Reparaturen gezielter vorbereiten und Standzeiten reduzieren können.
Mit dem elektromechanischen Lenksystem ServoE bietet Bosch eine rein elektrische Lenkung für schwere Nutzfahrzeuge an. Das redundant ausgelegte System kommt ohne Hydrauliköl aus und unterstützt assistierte Lenkfunktionen bis hin zum automatisierten Fahren.
Daneben bleibt mit Servotwin eine elektrohydraulische Lösung für schwere Lkw im Programm. Eine zusätzliche Hinterachslenkung kann bei mehrgliedrigen Fahrzeugen den Wendekreis verkleinern und den Reifenverschleiß reduzieren.
Gemeinsam mit den indischen Unternehmen Brakes India und Wheels India plant Bosch bis Ende 2026 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll das Joint Venture smarte Aktuatoren für Druckluftversorgung, Luftfederung und Parkbremsen entwickeln.
Mit der Erweiterung will Bosch seine Position im Nutzfahrzeugmarkt stärken und die Entwicklung vernetzter sowie softwaredefinierter Fahrzeuge weiter vorantreiben.