Palletways schließt Deutschland-Geschäft im Stückgutmarkt

09.09.2026 17:39 Uhr | Lesezeit: 3 min
Palletways
2011 in Deutschland gestartet, nun gibt Palletways sein deutsches Stückgutnetz auf
© Foto: Palletways

Palletways zieht sich aus Deutschland zurück. Für 60 Speditionspartner endet damit die bisherige Zusammenarbeit. Wie die Sendungen nun künftig zugestellt werden.

Paukenschlag im deutschen Stückgutmarkt: Das Palletways Deutschland Netz wird geschlossen. Das bestätigt Michael Sterk, Geschäftsführer der Palletways Deutschland GmbH und Chief Commercial Officer des europäischen Stückgutverbundes Palletways, gegenüber der VerkehrsRundschau. Gründe für die Entscheidung nannte er nicht. Damit scheidet erstmals eine Mittelstands-Kooperation aus dem deutschen Stückgutmarkt aus. Die Konsolidierung im Stückgutmarkt schreitet also weiter voran.

Die Entscheidung von Palletways kommt überraschend. Erst im März 2026 hatte die europäische Beteiligungsgesellschaft Waterland Private Equity die Übernahme der Mehrheitsanteile des europäischen Stückgutverbundes vermeldet, der nach eigenen Angaben in 25 Ländern mit eigenen Aktivitäten tätig ist. Was die Beteiligungsgesellschaft zu dem Rückzug bewog, ist bislang nicht bekannt. Die Beteiligungsgesellschaft, die im Jahr 2022 im Übrigen auch die Mehrheit der Duvenbruck Gruppe übernommen hat, hat sich dazu bislang nicht geäußert. Eine Anfrage liegt Waterland Private Equity vor.

Palletways: Wechselvolle Geschichte

Fakt ist: Im deutschen Stückgutmarkt hatte Palletways angesichts der Konkurrenz kein leichtes Spiel - zumal der Einstieg in den hiesigen Markt erst im Jahr 2011 erfolgt ist und Palletways diverse Transaktionen hinter sich hat. So übernahm im Jahr 2016 die südafrikanische Holding Imperial Palettways von dem britischen Finanzinvestor Phoenix Equity Partners. Im Jahr 2019 wurde wiederum Imperial inklusive seiner Palletways-Aktivitäten von DP World gekauft, und im März 2026 übernahm wie gesagt Waterland Private Equity die Mehrheitsanteile an Palletways.

Palletways will sich offenbar aber nicht ganz aus dem deutschen Markt zurückziehen. So wird laut Sterk die Stückgutkooperation 24plus zukünftig die Deutschlandaktivitäten für das europäische Palletways Netzwerk bereitstellen, umgekehrt werden die Palletways Netzwerke in Europa für 24plus tätig sein. Der Schwerpunkt und Fokus von Palettways werde dagegen, heißt es seitens des CCO, künftig auf der Entwicklung von Cross-Border-Paletten liegen, mit dem Ziel, gemeinsam mit dem 24plus Netzwerk expandieren. 

Neue Allianz für Deutschland-Geschäft

Fest steht jedoch auch: Nicht alle der 60 mittelständischen Speditionspartner und Verteilspeditionen, die bislang für Palletways in Deutschland tätig waren, werden bei 24Plus unterkommen. „Wir haben allen Vollpartnern von Palletways ein Aufnahme-Angebot gemacht, an unserem System in unterschiedlichen Rollen teilzunehmen“, sagt Paul Walter, Geschäftsführer der Stückgutkooperation 24Plus, die hierzulande aktuell rund 70 Partnerspeditionen zählt. Schon deshalb könne 24Plus nicht jeden Palletways-Partner übernehmen, weil etliche Gebiete schon besetzt seien. „Am Ende werden wir voraussichtlich zehn bis zwölf zusätzliche Partner für unser 24Plus-Netz gewinnen und dadurch unser Netzwerk weiter verstärken – insbesondere in Nord-, West- und in Süddeutschland“, schätzt Walter. IT-technisch ließe sich das Ganze aber gut lösen, betont er. Denn die Speditionen könnten übergangsweise ihre Sendungen über die Palletways-Plattform mindestens bis zum Jahresende abwickeln. Außerdem seien die IT-Plattform Cubit 24 von 24Plus und die Palletways-Plattform über eine Schnittstelle verbunden, was einen reibungslosen Datenaustausch ermögliche.

Für die insgesamt 60 mittelständische Speditionspartner, die bislang für das Palletways Deutschland tätig waren, ist das Aus der innerdeutschen Palletways-Aktivitäten dennoch ein herber Schlag. Zumal diese, wie es in der Branche heißt, offenbar erst Ende August 2026 über diese Entscheidung informiert wurden. Insbesondere für die Speditionen, die ausschließlich für diesen Speditionsverbund tätig waren, könnte es angesichts der momentanen wirtschaftlichen Lage also schwierig werden, befürchten Branchenkenner. 

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