-- Anzeige --

Acea: Hersteller sind bereit für „grünen“ Lkw

Martin Lundstedt Volvo
Sieht die Vorschläge der EU-Kommission zu neuen CO2-Grenzwerten skeptisch: Acea-Lkw-Chef Martin Lundstedt
© Foto: AB Volvo

Der europäische Verband der Automobilhersteller Acea sieht die europäischen Lkw-Hersteller gut aufgestellt, um die EU-Ziele für einen CO2-neutralen Straßengüterverkehr zu erreichen.


Datum:
22.11.2022
Autor:
Kay Wagner
Lesezeit:
3 min
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

2040 in der EU nur noch emissionsfreie Lkw neu zuzulassen, sei von Herstellerseite machbar, sagte Acea-Lkw-Chef Martin Lundstedt während einer Online-Veranstaltung seines Verbandes. Die unterschiedlichen neuen EU-Gesetzesvorschriften für Lkw würden die Verwirklichung dieses machbaren Ziels allerdings in Frage stellen.

Konkret nannte der Schwede, der auch CEO von Volvo-Trucks ist, dabei den neuen Vorschlag der EU-Kommission zur Einführung einer Euro7-Umweltnorm. „Das wird die Entwicklung leistungsfähiger E-Lkw deutlich bremsen“, sagte Lundstedt. Allein schon die Tatsache, dass bei den Lkw-Herstellern für die Verbesserung der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aufgrund neuer Euro7-Vorgaben Ingenieure beauftragt werden müssten, die sich sonst um die Verbesserung der E-Lkw kümmern, würde die rasche Verbreitung des E-Lkw behindern.

Auch die geplanten Vorschläge der EU-Kommission zu neuen CO2-Grenzwerten für Lkw, sieht Lundstedt skeptisch. „Grundsätzlich sollten diese Vorschläge ambitioniert sein, aber auch Rücksicht auf die anderen EU-Vorschriften für Lkw-Hersteller nehmen“, sagte er. Isoliert einen Vorschlag für CO2-Grenzwerte für Lkw zu machen, ohne den Vorschlag zu Euro7 und die allgemeinen Ziele für einen emissionsfreien Straßengüterverkehr mit zu berücksichtigen, bezeichnete er als „Fehler“.

EU-Pläne für Ladeinfrastruktur nicht ambitioniert genug

Sowohl wohlwollend als auch kritisch sieht Acea die EU-Bemühungen, die Infrastruktur für alternative Antriebsstoffe für Lkw seitens der öffentlichen Hand durch eine neue EU-Verordnung (AFIR) zu beschleunigen. Das sei dringend nötig, aber längst nicht ambitioniert genug. „Wir bei Acea haben berechnet, dass 11.000 Ladestationen EU-weit eingerichtet werden müssten“, erinnerte Lundstedt. Die EU-Kommission hätte aber nur 4.000 Ladestationen vorgeschlagen und werde dabei von den EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Nur das EU-Parlament fordere mehr.

„Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und neuen, emissionsfreien Lkw muss parallel verlaufen“, sagte Antonia Gawel vom Weltwirtschaftsforum. Sie sieht die Entwicklung zu einem emissionsfreien Straßengütertransport als Chance für die EU, weltweit führend in Lkw-Technologie zu bleiben. „Dafür muss man aber das ganze System immer im Blick behalten und entsprechend handeln“, sagte Gawel. (kw)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.