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EU: Weiter Unsicherheit bei Infrastruktur für alternative Kraftstoffe

Die Anforderungen an eine Ladeinfrastruktur für E-Lkw sind höher als für Pkw
© Foto: Scharfsinn86/ iStock

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Verbände Acea und Esporg in Brüssel diskutierten Branchenvertreter, wie der Umstieg auf alternative Antriebsmöglichkeiten gemeistert werden kann.


Datum:
01.09.2022
Autor:
Kay Wagner
Lesezeit: 
4 min
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Vertreter der europäischen Straßengütertransportbranche haben sich bei einem Seminar in Brüssel weiterhin verunsichert gezeigt bezüglich der Frage, wie der Wechsel von fossilen Lkw-Kraftstoffen zu alternativen Antriebsmöglichkeiten geschafft werden kann. Das größte Hindernis dabei sei die weiterhin fehlende, flächendeckende Lade- und Tankinfrastruktur für alternative Kraftstoffe in Europa. Konkrete Lösungen dafür müssten von der Politik kommen, fordern die Branchenvertreter.

„Alle Fahrzeuge und Technologien sind mittlerweile vorhanden, um den Lkw-Verkehr in der EU CO2-frei zu gestalten“, sagte Thomas Fabian, Leiter der Lkw-Sparte beim europäischen Verband der Automobilhersteller Acea. Die Frage sei jetzt, wie schnell der Umschwung in der Praxis geschafft werden könne. Dafür sei die Politik gefragt. Sie müsse klare Entscheidungen treffen, die so gestaltet seien, dass „alle in die gleiche Richtung gehen“, forderte Fabian bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Acea mit dem europäischen Verband für sichere Lkw-Parkplätze Esporg.

Die Politik müsse unter anderem Antworten auf folgende Fragen liefern: Welcher alternative Kraftstoff soll gefördert werden – und welche entsprechende Tank- oder Ladeinfrastrukturen? Welche Voraussetzungen sind dazu nötige? Danach müssten sich Pilot-Projekte in der Praxis bewähren oder andere Beispiele der Branche zeigen, dass sich Investitionen lohnen. Schließlich müssten Anreize geschaffen werden, um in die neuen, umweltfreundlichen Technologien zu investieren.

Lkw brauchen Platz zum Laden

Fabian erinnerte auch daran, dass die Anforderungen an Lkw-Tank- und Ladeinfrastrukturen höher als für Pkw seien. Mit dem Aufstellen von mehreren Ladestationen für Strom sei es nicht getan. „Für Lkw muss Platz vorhanden sein. Es muss Zeitfenster geben, die Unternehmen zum Tanken reservieren können genauso wie unterschiedliche Möglichkeiten für das schnelle Tanken und das Tanken über Nacht“, zählte der Acea-Experte einige dieser Anforderungen auf.

Wijnad van den Brink von Volvo-Trucks Niederlande berichtete, dass in den Niederlanden die Förderung von E-Lkw durchaus erfolgreich verlaufe. Solche nationalen Erfolgsgeschichten würden aber nicht reichen, unterstrichen Vertreter des Verbands der Europäischen Fahrzeuglogistik ECG, denn Tankinfrastrukturnetze müssten europaweit funktionieren. Raluca Marian von der Internationalen Road Transport Union (IRU) verwies auf die durchaus vorhandenen Pläne der EU, gerade entlang der Kernkorridore des Transeuropäischen Verkehrsnetzwerkes TEN-V ein Netz für alternative Kraftstoffe aufzubauen. „Aber natürlich wird das nicht ausreichend sein“, sagte sie.

Politik spielt den Ball zurück zur Industrie

Seitens der EU-Politik spielte der Europaabgeordnete Vlad Gheorghe, stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, den Ball in das Lager der Industrie zurück. „Die Industrie soll zuerst bestimmen, was sie möchte“, sagte er. Viele EU-Politiker seien zu weit weg von der gelebten Realität, um ohne die Hilfe der Industrie gute Entscheidungen treffen zu können.

Der Verkehrsausschuss wird sich voraussichtlich ab Ende des Monats mit dem Vorschlag der EU-Kommission beschäftigen, den Ausbau eines Netzwerks für alternative Kraftstoffe in der EU zu beschleunigen.

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