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75 Jahre LBS: Auf dem Gipfel

In Feierlaune (v. l.): Sebastian Lechner (Geschäftsführer LBT (Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen)), Sabine Lehmann (LBS-Geschäftsführerin), Henning R. Mack (LBS-Präsident) und Hans Ach (LBT-Präsident)
© Foto: VerkehrsRundschau/Gerhard Grünig

Der Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS) hat am Freitag seinen 75. Geburtstag gefeiert und die diesjährige Mitgliederversammlung auf dem Gipfel der Zugspitze abgehalten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Christian Bernreiter (beide CSU) gaben sich die Ehre.


Datum:
11.07.2022
Autor:
Gerhard Grünig/Stephanie Noll
Lesezeit: 
3 min
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Ganz im Sinne eines Verkehrsträger übergreifenden Verbandes kombinierte der LBS bei seiner Mitgliederversammlung die Anreise mit dem Pkw mit einer Bahnfahrt zur Zwischenstation der Zugspitze. Weiter ging es mit der Seilbahn auf den höchsten Gipfel Deutschlands und von dort wieder nach unten, um schließlich mit dem Bus noch einmal den Verkehrsträger zu wechseln.

Söder zugeschaltet, Bernreiter vor Ort

Die Themen Lkw, Schiff und Bahn fanden Platz in den Festreden der eingeladenen Gäste sowie bei der Grundsatzrede des LBS-Präsidenten Henning R. Mack. Zwar war der bayerische Ministerpräsident Markus Söder nicht persönlich vor Ort, er ließ sich aber quasi digital zuschalten. In seinem Grußwort ging er – erwartungsgemäß – auf die Bedeutung des Transport- und Logistikgewerbes und seine Schlüsselrolle ein. Mehr als einmal fiel der Begriff „systemrelevant“. Die echten Sachthemen überließ der Ministerpräsiden dann aber seinem Verkehrsminister Christian Bernreiter, seit knapp vier Monaten im Amt und persönlich auf der Zugspitze anwesend.

Blockabfertigung Diskussionsthema Nummer 1

Die Gäste der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung nutzen dann die Gelegenheit Bernreiter zu aktuell brennenden Themen zu befragen, allen voran die Blockabfertigung. Bernreiter meinte dazu, dass die österreichische Seite völlig „beratungsresistent“ und „dialogunfähig“ sei und man deshalb Probleme hätte, das Thema zu diskutieren. „Unser Ziel muss dennoch der generelle Fall der Blockabfertigung sein“, so der bayerische Verkehrsminister.

Zum Thema Klageweg befragt, meinte Bernreiter, dass Bayern nicht klagen kann. „Wir sind in dem Fall auf den Bund angewiesen und werben aber parallel in Brüssel für die Idee des freien Warenverkehrs.“ In Bezug auf die von Ministerpräsiden Söder avisierten Sperrungen an Tagen der Blockabfertigung konkretisierte Bernreiter Einschränkungen im sogenannten kleinen deutschen Eck, also Fahrverbote auf Straßen im Grenzbereich zu Österreich. Unter anderem wird die Brücke bei Weißach für Ausweichverkehr wohl gesperrt werden. Auf den Brenner Nordzulauf angesprochen verwies Bernreiter auf den bestehenden Koalitionsvertrag und einem gemeinsamen Bestreben aller Parteien, dies jetzt endlich anzugehen. Ebenfalls angesprochen wurde das Thema E-Mobilität. Dazu meinte der Verkehrsminister: „Wir müssen das hinkriegen – und wenn wir unserer AKW zunächst mal weiterlaufen lassen. Die Idee einer Wasserstoffpipeline aus Italien beurteile ich positiv. Aber das werden wir nicht bis 2030 hinbekommen. Ich bin aber auch kein Fan ein Datum zu setzen. Das klappt meistens nicht – weil ein Komet einschlägt oder ein Krieg stattfindet …“

LBS-Präsident verlangt Planungssicherheit

LBS-Präsident Henning R. Mack nahm in seinen Ausführungen die Aussagen Bernreiters auf und forderte Planungssicherheit ein: „Wie es nicht funktioniert, haben wir bei LNG gesehen“, so Mack. „Zudem müssen wir vom Staat die gleiche Nachhaltigkeit einfordern, die er von uns erwartet. Das Problem ist nicht der Mangel an Toilettenpapier, sondern die Papierflut, die uns die Behörden aufbürden. Wären die beim Thema Digitalisierung doch nur halb so weit wie wir!“ Zudem kritisierte Mack, „dass der Geist von Ignazio Lopez noch immer durch viele Preisverhandlungen mit den Verladern weht“ und dass sich das ändern müsse. „Wer glaubt mit Plattformen Container von Asien nach Europa zu bringen, der wir aktuell eines Besseren belehrt.“

Ihren Ausklang fand die Mitgliederversammlung beim Get Together am Riessersee. Auch wenn sich die Gespräche der Mitglieder und Gäste Verkehrsträger übergreifend um Schiff, Bahn und Lkw drehten, so war es doch der Bus, der für den Transport sorgte. (gg)

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